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| 10:35 Uhr

Baumschutz
Buche sorgt für Gefahr im Verzug

Bad Muskau. Im Muskauer Park kreischen noch Mitte April die Sägen. Das sorgt für Unmut bei manchem Anwohner.

Aufregung gibt es dieser Tage im Bad Muskauer Park. An der Promenadenallee kreischen die Sägen. Die Arbeiter beschneiden eine alte Rotbuche. „Das kann doch nicht wahr sein“, schimpft Anwohner Wolfgang Stupka. „Die Gehölze dürfen um diese Jahreszeit nicht mehr bearbeitet werden. Schließlich stehen sie schon im Saft, und die Vögel brüten.“ Stupka versteht sich eigenen Angaben zufolge vom Fach, schließlich war er selbst rund 20 Jahre im Muskauer Park tätig.

Parkdirektor Cord Panning stellt aber klar, dass bei der besagten Rotbuche absolute Gefahr im Verzug sei. „Es handelt sich um einen mehrfach sehr stark vorgeschädigten, knapp 30 Meter hohen Baum. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein von vielen Parteien bewohntes Mietshaus.“ Bei jüngsten Kontrollen hätten seine Mitarbeiter erneut eine erhebliche akute Verschlechterung des Zustandes der Buche festgestellt. Sie seien auf frische Risse gestoßen. „Eine Einschätzung, die durch unsere internen, speziell ausgebildeten Stiftungsexperten sofort einstimmig bestätigt wurde. Dies bedeutet, dass Gefahr im Verzug ist und augenblicklich gehandelt werden muss, um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden“, erklärt Cord Panning. Mehr noch: „Dieser hohen Verantwortung und unserer juristischen Verpflichtung sind wir unverzüglich nachgekommen und haben heute zunächst die stärksten Gefährdungsmomente durch Einkürzungen verringert.“ Das jetzige Vorgehen sei ein absoluter Ausnahmefall, stellt Panning klar. Es wäre verantwortungslos, in einer solchen Situation erst eine entsprechende Vorabgenehmigung einzuholen, während gleichzeitig Lebensgefahr besteht. „Der Abgang eines alten Baumes beziehungsweise seine Fällung schmerzt uns und noch einmal besonders auch mich selbst am allermeisten, lässt sich aber nicht gänzlich verhindern, will man keine Gefährdungssituationen für die Anwohner und Parkbesucher herbeiführen“, argumentiert der Parkdirektor. Ohnehin werde in keinem anderen Park ein derart hoher Aufwand betrieben, vorgeschädigte Gehölze so lange als möglich im Bestand zu belassen.