"Solche Programme helfen, die Schulgebäude in unserem Kreis in Schuss zu halten", erklärte Marlies Wiedmer-Hüchelheim, Amtsleiterin des Schul- und Sportamtes des Landkreises Görlitz, bei der Übergabe des Fördermittelbescheides in der Brüder-Grimm-Schule in Weißwasser am Mittwoch. Die Lernförderschule befindet sich seit der Wende in Trägeschaft des Landkreises und ist im Laufe ihrer inzwischen 96-jährigen Geschichte mehrmals in Weißwasser umgezogen. "Wir sind seit 1981 an diesem Standort und haben 1994 dieses Gebäude erhalten", erläuterte Schulleiterin Ilona Schindler.

Allerdings sind inzwischen mehrere Sanierungsarbeiten notwendig geworden. "Wir haben damals einen Teil des alten Gebäudes stehen lassen und den Rest ringsherum errichtet", erinnert sich der Architekt Roland Ladusch, der ebenfalls am Mittwoch anwesend war. Er konstatierte, dass einige Dämmmaterialen in den vergangenen Jahren verschlissen sind sowie Neuerungen im technischen Bereich noch nicht in der Schule vorhanden sind. "Und ich bin deshalb froh, dass wir diese Mängel nun beheben können", fügte Ladusch an.

Staatssekretär Herbert Wolff ließ es sich nicht nehmen, den Fördermittelbescheid persönlich zu überbringen. Für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen von Dach, Fassade und der Gebäudedämmung fallen Kosten in Höhe von 450 000 Euro an. 337 000 werden aus dem Programm "Brücken in die Zukunft" gefördert. Die Differenz trägt der Landkreis Görlitz. "Wir werden nun schnellstmöglich ausschreiben", erklärte Kreisbauamtsleiter Dieter Peschel. Ziel sei, bis Ende 2017 mit den Arbeiten fertig zu werden.

Unterdessen ernteten Schulleiterin Ilona Schindler sowie das gesamte Lehrerkollegium große Anerkennung für ihre Arbeit mit den derzeit 105 Schülern. "Wir bemühen uns darum, jeden Schüler individuell entsprechend seinen Voraussetzungen zu betreuen", beschrieb die Schulleiterin. Die Aufgabe der Schule sei es, den Förderbedarf eines jeden Kindes und gegebenenfalls auch einen sonderpädagogischen Bedarf zu ermitteln und umzusetzen. Die Schule unterrichtet Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse und hat für jedes Kind - entsprechend der Eingangsdiagnostik - einen Förderplan.

Zwar sei es das Hauptziel der Schule, die Kinder wieder in Grund- und Oberschulen zu integrieren, "allerdings schafft es nicht jedes Kind, die Anforderungen der Lehrpläne zu erfüllen", so Ilona Schindler. Um den Abschluss auch an der Lernförderschule zu erreichen und den Kindern eine Perspektive zu bieten, arbeitet die Schule mit Partnern wie regionalen Unternehmen und dem Beruflichen Schulzentrum eng zusammen. "Unser Lohn ist, wenn unsere Schüler selbstständig ins Leben gehen können", hielt die Leiterin fest.

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Aus dem 800 Millionen Euro starken Programm "Brücken in die Zukunft" fließen insgesamt 14,5 Millionen Euro in den Landkreis Görlitz. Damit werden acht Gebäude, darunter sechs Schul- und Sportgebäude, saniert. Neben der Grimm-Schule und ihrer Turnhalle kommen die Gelder auch der Astrid-Lindgren-Schule zugute. Insgesamt fließen 650 000 Euro nach Weißwasser.