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| 15:22 Uhr

Breitbandausbau in Weißwasser verzögert sich
Breitbandausbau zieht sich bis 2019

 Mitarbeiter der Firma Schubert Kabel und Tiefbau GmbH aus dem Boxberger Ortsteil Uhyst sind in Weißwasser für die Telekom unterwegs. Im Moment wird ein Erdkabel von der Karl-Marx-Straße zur Bahnhofstraße verlegt. Dem Zeitplan aber hinkt man hinterher, so die Telekom.
Mitarbeiter der Firma Schubert Kabel und Tiefbau GmbH aus dem Boxberger Ortsteil Uhyst sind in Weißwasser für die Telekom unterwegs. Im Moment wird ein Erdkabel von der Karl-Marx-Straße zur Bahnhofstraße verlegt. Dem Zeitplan aber hinkt man hinterher, so die Telekom. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Die Telekom in Weißwasser hinkt dem Zeitplan hinterher. Kreistag entscheidet über die Bauvergabe. Von Christian Köhler

Einst staatliche Unternehmen haben es in diesen Tagen alles andere als leicht. Während die Beschwerden bei der Deutschen Bahn wegen mangelnder Pünktlichkeit deutschlandweit für Furore sorgen, hat die Deutsche Telekom in Weißwasser ihr avisiertes Ziel, schnellere Internetverbindungen an den Nutzer zu bringen, deutlich verfehlt. „Der Ausbau in Weißwasser verzögert sich aufgrund des Tiefbaus auf das zweite Quartal 2019“, erklärt auf RUNDSCHAU-Nachfrage Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Heißt: Erst im Sommer gibt es bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download für die Weißwasseraner – gut ein Dreivierteljahr später als geplant. Und auch nur für die, die in unmittelbarer Nähe von den Verteilerkästen wohnen, gibt es die schnellstmögliche Verbindung. Je weiter weg man nämlich wohnt, desto langsamer ist das Netz. 50 Megabit pro Sekunde im Download sollen jedoch nicht unterschritten werden, heißt es vonseiten der Telekom.

Rückblick: In Weißwasser soll die Internetverbindung über zwei verschiedene Maßnahmen verbessert werden. Einerseits baut der Landkreis Görlitz in den Randlagen der Stadt aus – etwa am Industriegebiet, an der Jahnstraße sowie in der Südstadt. Am Mittwoch entscheidet dazu der Kreistag über die Vergabe. Wie schnell der Ausbau über den Kreis erfolgt, ist aber offen. Kreis-Dezernentin Heike Zettwitz deutete bereits an, dass der Ausbau bis 2021 dauern könne. Hier sind dann aber bis zu 250 Megabit pro Sekunde im Download möglich.

Andererseits baut die Deutsche Telekom über ihre Selbstverpflichtung in der Stadt aus. Mehrere Bauanträge haben dazu im Laufe der Zeit das Rathaus erreicht, wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) während mehrerer Ratssitzungen informierte. Überall in der Stadt sind zudem an Kreuzungen Baustellen zu sehen, die zumeist den Breitbandausbau als Ursache haben.

Aber: Im März während einer Einwohnerversammlung in Weißwasser hatte Sten Pinkert, Vertriebsleiter bei der Telekom, noch stolz verkündet: „Ab Ende Oktober 2018 gibt es die neueste Technik für schnelles Internet in Weißwasser.“ Rund 8000 Haushalte – über die gesamte Stadt verteilt – sollten von dem Ausbau profitieren. Daraus aber wird vorläufig nichts. „Die Verzögerungen haben zwei Ursachen: Zum einen gab es Abstimmungsprobleme mit unserem Tiefbauauftragnehmer und dann gab es Probleme mit einem Lieferanten, der Hardwarekomponenten nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen kann“, erläutert Georg von Wagner. Das alles zusammen verzögere den Ausbau. Vorgesehen ist also nun, die Arbeiten bis zum Sommer zum Abschluss zu bringen.

Abgespeckt: Dabei hatte die Telekom ohnehin darauf gesetzt, nur rund 13 Kilometer Glasfaserkabel in der Stadt unter die Erde zu bringen. 28 neue Verteilerkästen sollten dabei aufgestellt beziehungsweise bestehende aufgerüstet werden. Von den Kästen aus wiederum ist vorgesehen, bestehende Kupferleitungen in die Häuser zu nutzen. Das spare Zeit und Kosten, denn Glasfaserkabel in die Gebäude zu legen sei erheblich teurer – und „müsse auch bezahlt werden“, so ein Telekomsprecher auf Nachfrage. Glasfaserkabel können allerdings wesentlich größere Datenmengen übertragen als Kupferkabel. Befürchtungen, diese Leitungen würden nicht ausreichend Bandbreite zur Verfügung stellen, zerstreute das Unternehmen. Mittels Vectoring-Technologie seien bis zu 100 Megabit im Download möglich, hieß es. Später, über Super-Vectoring, würden dann ebenfalls bis zu 250 Megabit pro Sekunde erreicht. Das aber ist vorerst Zukunftsmusik. Über den Jahreswechsel werden sich Weißwasseraner also noch mit der althergebrachten Geschwindigkeit von mageren zwei bis sechs Megabit pro Sekunde im Download begnügen müssen.

Es sei denn, man ist Mieter bei den großen Wohnungsunternehmen in Weißwasser. Diese haben seit Jahren auf Glasfaser über den Kabelnetzbetreiber umgestellt. Mit dem Wechsel von Pepcom zum jetzigen Betreiber Pyur allerdings soll es nach RUNDSCHAU-Informationen ebenfalls erhebliche Probleme gegeben haben. Einige Internet-Nutzer sollen über Monate kein Netz gehabt haben, bis die Probleme behoben wurden.