(pm/ckx) Der symbolische erste Spatenstich ist ein Baggerhub, der am Montag im Löbauer Ortsteil Wohla vonstatten gegangen ist. Damit beginnt im Landkreis Görlitz der geförderte Breitbandausbau im Landkreis Görlitz. Dieser ist in mehrere Gebiete (Cluster) aufgeteilt, informiert der Kreis. Für die Gebiete 1,2,3 und 5 hatte die Energie Sachsen Ost AG (Enso) nach einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag erhalten.

In Anwesenheit von Bürgermeistern der beteiligten Kommunen erklärt Heike Zettwitz, Dezernentin des Landkreises Görlitz: „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für die beteiligten 17 Kommunen auf dem Weg zum schnellen Internet. Denn ein Zugang zu einer leistungsfähigen Datenautobahn ist für viele Tätigkeiten des täglichen Lebens eine Grundvoraussetzung – sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen.“ Heike Zettwitz wird allerdings bei der Fertigstellung des Breitbandausbaus nicht mehr in Amt und Würden sein. Sie verlässt den Kreis in Richtung Brandenburg.

Auch Dominik Rein, Breitbandkoordinator des Landkreises, ist mit dem schnellen Start zufrieden und betonte die gute Zusammenarbeit mit der Enso. „Enso ist der regionale Infrastrukturbetreiber in der Lausitz und als kompetenter und zuverlässiger kommunaler Kooperationspartner bekannt“, beschreibt Enso-Geschäftsführer Dr. Steffen Heine. Das Unternehmen trage mit dem Anschluss auch kleinerer Ortschaften dazu bei, dass sich gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land entwickeln.

Mehr als 50 000 Nutzer zwischen Altenberg und Zeithain, Bischofswerda und Hirschfelde könnten schon vom schnellen Enso-Internet profitieren. „Mit unseren Aktivitäten für das zukunftsfähige Datennetz im Landkreis Görlitz intensivieren wir den Ausbau unseres Geschäftsfeldes Telekommunikation jetzt weiter.

Der Landkreis Görlitz hat sich dazu entschlossen, den Breitbandausbau in den Gebieten zu fördern, in denen der eigenwirtschaftliche Ausbau nicht stattfinden wird. Das ist dort der Fall, wo die Leitungsanbindung keine Bandbreite von mindestens 30 Megabit pro Sekunde gewährleistet und diese Leistung voraussichtlich auch nicht innerhalb von drei Jahren im Marktwettbewerb geschaffen wird. Die Kosten werden durch ein Förderprogramm des Bundes und aus Mitteln des Freistaates getragen.

Bis zum Jahr 2022 sollen die sogenannten „weißen Flecken“ – Gebiete, die eigenwirtschaftlich nicht erschlossen werden – an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Allein in den Clustern, die die Enso erschließt, sind rund 450 Kilometer Tiefbau nötig, um die neuen, hochleistungsfähigen Gebäudeanschlüsse für rund 5000 Haushalte, 350 Unternehmen und 35 Schulen zu bauen.

Für den Norden des Landkreises rund um Weißwasser hat die Deutsche Telekom den Zuschlag für den Ausbau erhalten. In Weißwasser selbst bewerkstelligt sie gegenwärtig die in einer Eigenverpflichtung Anbindung mittels Vectoring. Allerdings werden auch Glasfaseranschlüsse realisiert, informierte  Oberbürgermeister Torsten Pötzsch.