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| 15:45 Uhr

Weißwasser
Holzbrücke braucht Großreparatur

Die Braunsteichbrücke bedarf einer Generalüberholung. Wind, Wetter und Vandalen setzen dem Bauwerk zu.
Die Braunsteichbrücke bedarf einer Generalüberholung. Wind, Wetter und Vandalen setzen dem Bauwerk zu. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Weißwasser. Der Steg über den Weißwasseraner Braunsteich muss saniert werden. Geld fehlt allerdings. Von Torsten Richter-Zippack

Er ist mehr als 200 Meter lang, einer der längsten seiner Art in Sachsen und ziemlich desolat. Die Rede ist vom Holzsteg über den Braunsteich in Weißwasser. 53 Jahre hat das Bauwerk, das die kurze Verbindung von der Stadt zum Kinder- und Jugenderholungszentrum und zum Gasthaus Waldhaus herstellt, bereits auf dem Buckel. Im Winter 1995/1996 wurden die Pfeiler instand gesetzt. Jetzt müssen die Stadtväter wieder handeln. „Die Brücke bedarf einer Generalüberholung“, erklärt Stadtsprecherin Sylvana Hallwas.

Neben der allgemein begrenzten Lebenszeit solcher Holzkonstruktionen spielt auch der Vandalismus eine nicht unerhebliche Rolle. Laut dem Rathaus kommt es immer wieder zu entsprechenden Schäden. Einen Höhepunkt gab es um die Jahrtausendwende. Damals hatten Rowdys mehrere Geländerteile mit Äxten regelrecht weggesäbelt. Und im Spätherbst 2011 gab es eine erneute Sperrung der Holzkonstruktion. Damals fehlten mehrere Streben. Auch in den vergangenen Jahren machten sich immer wieder Vandalen an der Braunsteich-Querung zu schaffen. Immerhin, so heißt es aus der Stadt, ist seit mehreren Monaten diesbezüglich Ruhe. Derzeit gibt es keine Gefährdung der Brückenbenutzer, beispielsweise durch fehlende Geländerteile. Allerdings sind eigenen Recherchen zufolge manche Holzbohlen an ihrer Oberfläche erheblich verschlissen. So kommt es zu Unebenheiten auf der Brücke.

Die Stadtverwaltung Weißwasser bekennt sich indes zum dauer­haften Erhalt des Bauwerkes. So steht jetzt eine Generalüberholung auf der Agenda. Diese ist zwar im Haushalt eingeplant, muss aber aufgrund der desolaten Haushaltslage verschoben werden. Nach Angaben des städtischen Referates Bau sind für das laufende Jahr 30 000 Euro eingestellt, für 2019 sogar 300 000 Euro. Allerdings handelt es sich lediglich um Empfehlungen. Letztendlich werden die Stadträte über die Priorität dieser Maßnahme beziehungsweise dieser Ausgaben zu entscheiden haben. Die Stadtkasse weist aktuell ein millionenschweres Defizit auf.

In den vergangenen Jahren sind die jährlichen Unterhaltungskosten für die Brücke erheblich angestiegen. Reichten im Jahr 2014 knapp 430 Euro aus, waren es 2017 fast 2900 Euro. Allerdings handele es sich dabei um reine Materialkosten beziehungsweise Rechnungen für Fremdfirmen. Ebenso zeigt die Anzahl der entsprechenden Arbeitsstunden der Mitarbeiter des städtischen Wirtschaftshofes bezüglich der Braunsteichbrücke nach oben. Im Jahr 2014 kamen 33 Stunden zusammen, 2017 waren es schon 57 Stunden. Im laufenden Jahr sind allerdings erst anderthalb Stunden zusammengekommen. Monat für Monat kontrolliert der Wirtschaftshof das Bauwerk.

Der Braunsteich ist ein künstliches Gewässer. Bereits im 15. Jahrhundert wurde östlich von Weißwasser der Rothwassergraben angestaut, um genügend Wasser für die Keulahütte bereitzustellen. Heute umfasst die Wasserfläche rund 44 Hek­tar. Nach Süden geht der Braunsteich in ein größeres, unter Naturschutz stehendes Moorgebiet über.