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| 03:05 Uhr

Braunkohlegegner erhalten Antwort

Landtagsabgeordneter Lothar Bienst und Innenminister Markus Ulbig im Gespräch mit der Rohnerin Edith Penk.
Landtagsabgeordneter Lothar Bienst und Innenminister Markus Ulbig im Gespräch mit der Rohnerin Edith Penk. FOTO: Regina Weiß
Groß Düben. "Jetzt haben Sie unser Todesurteil unterzeichnet." Die Rohnerin Edith Penk nimmt am Freitagmorgen kein Blatt vor den Mund. Regina Weiß

Sie nutzt den Besuch von Innenminister Markus Ulbig (CDU) in Groß Düben, um ihn in Sachen Braunkohle und Genehmigung des Abbaugebietes Nochten II anzusprechen. "Wir geben unsere Heimat nicht so schnell auf", kündigt Penk, eine von 1700 Umsiedlern, an. Dann übergibt sie Ulbig einen Brief, in dem sie noch einmal alle Argumente gegen die Entscheidung aufgelistet hat. Außerdem erinnert sie Ulbig an die Petition. Die vom Aktionsbündnis "Strukturwandel jetzt - kein Nochten II" angeschobene Petition hatten 2171 Personen unterzeichnet. Sie war im November übergeben worden. "In den nächsten Tagen geht ihnen eine Antwort zu", kündigt Ulbig an. Mit Blick auf die Entscheidung auf das Abbaugebiet II habe das Innenministerium "nur" schauen müssen, ob der Beschluss des Planungsverbandes rechtmäßig sei. Er habe Verständnis für die Menschen, die betroffen sind, so Ulbig, aber "wir müssen unterschiedliche Interessen abwägen."

"Was passiert, wenn die Lausitz ausgekohlt ist? Auch alternative Energien müssen hier einen Platz haben und nur Tourismus reicht auch nicht", so Edith Penk.

Genau dieses Thema war kurz vorher im Feuerwehrgerätehaus angesprochen worden. Dort herrschte Einigkeit, dass die Braunkohle in der Region gebraucht werde. "Doch die Landesregierung muss sich für die Region etwas einfallen lassen. Nur der Wolf, das ist zu wenig", gab Groß Dübens Bürgermeister Helmut Krautz (SPD) die gängige Meinung im Dorf wieder. Damit meinte er vor allem die Zeit, wenn die Tagebaue ausgelaufen sein werden. "Die Zeit vergeht schnell und parallel etwas zu entwickeln, braucht Zeit", so Krautz.

Politik könne für die Wirtschaft aber nur die Rahmenbedingungen schaffen, hieß es. "Du kannst hier nichts à la Günther Mittag ansiedeln. Das funktioniert nicht. Wenn jemand herkommt, dann ist das wie ein Fünfer im Lotto", so der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk. Das müsse man den Leuten auch so sagen. "Das gehört zur Ehrlichkeit dazu", so Jurk. Allerdings könnte der Freistaat ein Programm für den Mittelstand auflegen. "Das gab es zu meiner Zeit als Wirtschaftsminister. Mein Nachfolger hat das aber abgeschafft."