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| 12:19 Uhr

Debatte um Beschilderung löst Pro und Contra aus
Braucht Rietschen ein Leitsystem?

Rietschen. Die Gemeinde will Gäste mit einer Beschilderung durch den Ort lotsen. Das will nicht jeder. Von Christian Köhler

Weiß ein Auswärtiger, wo genau die Turnhalle in Rietschen ist? Finden Fremde, die vielleicht zur Schuleinweihung in die Gemeinde kommen, die Fema? Genau mit dieser Frage hat sich jüngst der Technische Ausschuss beschäftigt. „Die Frage ist, was müsste mit einer neuen Beschilderung ausgewiesen werden“, fragt Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) in die Runde.

Dazu hat Ute John, die gegenwärtig für die Arbeits- und Tourismusförderungsgesellschaft (ArTour) arbeitet, einige Vorschläge erarbeitet. „Ich bin bewusst einmal durch die Gemeinde gegangen und habe mir angesehen, was es tatsächlich schon für Schilder gibt“, sagt sie. Als Einheimischer nämlich falle einem kaum auf, was sich am Straßenrand in den vergangenen Jahren bereits getan hat. Zunächst schlägt Ute John vor, eine Beschilderung für drei Ebenen vorzunehmen: Für touristische Ziele (zum Beispiel Festplatz, Fema, Countrydorf), gewerbliche Ziele (beispielsweise Pensionen, Pflegeeinrichtungen oder Apotheke) und für die allgemeine Verwaltung (zum Beispiel Schulen oder Kitas). „Auf jeden Fall muss es eine einheitliche Beschilderung geben“, sagt Ute John, nachdem sie zusätzlich noch eine Menge an möglichen Zielen aufführt.

Dass es eine einheitliche Beschilderung geben müsse, dass sieht die Mehrheit des Ausschusses auch so. Aber: „Ich meine, eine gewerbliche Ausschilderung sollten wir weglassen“, erklärt der Bürgermeister. Immerhin müsse das Prinzip der Gleichbehandlung gelten. Das sieht auch Torsten Lorenscheit (WfR) so. „Es gibt bereits mehrere Gewerbeschilder und die stehen auch oftmals auf privatem Grund. Wir hätten also gar keinen Zugriff.“ Deshalb entschied der Ausschuss, die Gewerbe außen vor zu lassen.

Gänzlich gegen ein Leitsystem und neue Schilder ist Gemeinderat Gerd Wenzel (Freie Wähler): Ich würde gar nichts in der Richtung machen“, erklärt und begründet: „Wir als Gemeinde ziehen uns wieder etwas auf den Tisch, was später Arbeit und Kosten verursacht. Dabei schrumpft die Gemeinde jährlich bei der Einwohnerzahl.“ Oft seien zudem Hinweisschilder gut gemeint, aber wenn „zig unter einander stehen, begreift man nicht, was da überhaupt alles drauf steht“, so Wenzel. Wenn überhaupt, könne die Turnhalle ausgeschildert werden. Denn die hat keine genaue Adresse, kann also nicht über das „Navi“ im Auto gefunden werden, so der Gemeinderat.

Torsten Lorenscheit dagegen findet es grundsätzlich richtig, etwa die Fema oder die Turnhalle auszuweisen. „Aber der uns vorgestellte Umfang schießt deutlich über das Ziel hinaus“, sagt er. Ute John hatte nämlich über 20 mögliche Ziele vorgeschlagen, die allesamt aus mehreren Fahrtrichtungen her beschildert werden müssten. „Ich würde mich auf das Wesentliche konzentrieren“, wirft Roland Wittig  (CDU) ein. Der Ausschuss entschied sich also für folgende vier Ziele und neue, braune Schilder: Kulturhaus/Fema/Kegelbahn, Sporthalle/Sportplatz und Friedhöfe. Hinzu kommt der Wohnmobilstellplatz, der ein extra Schild erhält. Ute John soll nun herausfinden, welche Kosten damit verbunden sind, bevor die Schilder gekauft werden.

Das gilt auch für neue Ortseingangsschilder. Gemeint sind hier aber nicht die gelben, sondern weiße Schilder mit schwarzer Schrift für die Ortsteile Neuhammer, Prauske und Werda. „Ich höre, dass sich viele die Ortseingangsschilder wünschen“, erklärt Ralf Brehmer. Er wolle sich dabei an den Gemeinden orientieren, die bereits solche Schilder haben – etwa an Kreba oder Niesky. Der Ausschuss entschied, dass die Ortstafeln an die wichtigsten Zufahrtsstraßen kommen und, wie Anita Szonn (Freie Wähler) hinwies, auch mit sorbischer Schrift versehen werden. „Denn Sorbisch steht auch auf den gelben Tafeln“, sagt sie.

Bis zur nächsten Sitzung sollen die Kosten dafür ermittelt sein.