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| 14:50 Uhr

Sicherung am Bärwalder See beginnt im Mai
Braucht der Bärwalder See den Leuchtturm an der Marina Klitten?

 Der Leuchtturm und der Schwimmsteg sollen nun repariert werden. Bei einem Sturm Anfang März ist hier vieles beschädigt worden.
Der Leuchtturm und der Schwimmsteg sollen nun repariert werden. Bei einem Sturm Anfang März ist hier vieles beschädigt worden. FOTO: Joachim Rehle
Boxberg. Das ist bei der Abstimmung zur Reparatur nach dem Sturmschaden am Schwimmsteg im Boxberger Gemeinderat diskutiert worden. Die Gemeinde zahlt nämlich nun zum zweiten Mal - obwohl der Leuchtturm ihr gar nicht gehört. Von Christian Köhler

Als 2015 der neue Schwimmsteg am Hafen Klitten errichtet worden war, hat für den gesamten Bärwalder See noch kein zugeschnittenes Wellengutachten vorgelegen. Das rächt sich nun zum zweiten Mal. Denn nach einem Sturm Anfang März sind jene neu erreichteten Schwimmstege zum wiederholten Male beschädigt worden. Auch der Leuchtturm an der Marina – die Befestigung ist erst im vergangenen Jahr repariert worden – muss erneurt werden. „Dort wo der Turm derzeit ist, kann er nicht bleiben“, bestätigt Seebeauftragter Roman Krautz im Boxberger Gemeinderat.

Vereinbarung mit der LMBV geschlossen

Was also ist nun zu tun? „Wir müssen zunächst Notsicherungsmaßnahmen auf den Weg bringen“, erläutert Krautz. Dazu muss eine neue Vereinbarung mit dem Bergbausanierer LMBV geschlossen werden. Denn die LMBV ist formal gesehen der Eigentümer des Bärwalder Sees, folglich bei jeder Entscheidung, die etwas mit Bauten am oder im Wasser zu tun hat, mit im Boot. Hintergrund der Vereinbarung ist aber auch, so Roman Krautz – „die uns viel Mühe gekostet hat“ –, dass alles im und rings um den See entsprechend des neuen Wellengutachtens fit gemacht wird. Der Gemeinderat jedenfalls votiert einstimmig für jenen Vertrag.

Darauf aufbauend nun haben die Räte über die Sofortmaßnahmen zu entscheiden gehabt, die der Sturm an den Schwimmstegen verursacht hat. Der Wellenbrecher am Schwimmsteg soll im Frühjahr überprüft und ertüchtigt werden. Nach einer Ausschreibung für das Projekt haben der Gemeinde drei Angebote vorgelegen. Mit etwas mehr als 51 000 Euro hat das Unternehmen Renker Maschinendienstleistungen aus Ribnitz-Damgarten das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Einstimmig hat der Rat den Auftrag nun erteilt.

Diskussion um Leuchtturm: „Der ist nicht im Gemeindeeigentum“

Eine zweite Vergabe, so jedenfalls hat Roman Krautz geplant, soll im Anschluss für die Schwimmplattform des Leuchtturms erfolgen. Auch hier lagen drei Angebote vor. Allerdings entwickelt sich im Rahmen der Vergabe eine handfeste Diskussion im Rat: „Ich möchte einmal zur Debatte stellen, ob wir den Leuchtturm überhaupt brauchen“, wirft etwa Sigrun Hajdamowicz (CDU) in die Runde. Schließlich gehört der Turm überhaupt nicht der Gemeinde, „weshalb ich mich frage, warum wir ihn nicht dem Eigentümer zurückgeben.“ Sie ärgere sich nämlich darüber, dass Boxberg bereits zum zweiten Mal auf den Reparaturkosten sitzen bleibt.

Grundsätzlich dürfe es keine Denkverbote geben, sagt Roman Krautz. Allerdings bestehen Auflagen, die sich aus den damals erhaltenen Fördermitteln ergeben. Gunna Sock (WV Boxberg) argumentiert, dass der Leuchtturm, oder vielmehr die Plattform, „ja auch Schutz für den Anleger bietet“. Ihn ärgert aber am trotzdem, „dass die LMBV geschludert hat“. Das  erste Wellengutachten sei, so Sock, nicht für den Bärwalder See erstellt worden, sondern habe auf Annahmen und Berechnungen gefußt. Erst 2017 wurde ein Gutachten erstellt, was exakt für Bärwalder See bestimmt war. „Deshalb müsste die LMBV auch für die Schäden gerade stehen“, meint Gunna Sock. Das sieht auch Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) so: „Ich befürchte, es könnte ein Fass ohne Boden werden, wenn es zu weiteren Stürmen kommt.“ Denn: Die Gemeinde finanziert die Reparatur komplett über die Einnahmen aus den Liegeplätzen, erklärt Roman Krautz. „Wir müssen das auf jedenfall rechtlich prüfen lassen“, sagt Armin Hoffmann.

Erster Leuchtturm im Lausitzer Seenland

Horst Jannack (Linke) und Frank Müller (CDU) dagegen meinen, dass der Leuchtturm zum Bärwalder See gehört. „Es war der erste Leuchtturm im Seenland und er hat damit auch eine Symbolkraft“, so Jannack. Mario Weier, Ortsschaftsvorsitzender von Nochten, wünscht sich, dass man sich Alternativen für die Finanzierung überlegt. „Es kann nicht sein, dass wir alle zwei Jahre wieder Geld für die Reparatur ausgeben müssen“, sagt er Richtung Verwaltung. Die sichert eine Prüfung zu.

Letztlich stimmt der Rat bei einer Enthaltung von Sigrun Hajdamowicz für die Instandsetzung des Leuchtturms. Für knapp 11 000 Euro ist damit ebenfalls die Firma Renker beauftragt worden. „Weil beides ein Unternehmen macht, gibt es eine Kostenersparnis“, ergänzt Roman Krautz zum Schluss. Der Leuchtturm bleibt also am Bärwalder See.