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Boxberger setzen auf Braunkohle

Für Boxberg hat das Thema Kohle – hier der Blick in den Tagebau Nochten – überragende Bedeutung.
Für Boxberg hat das Thema Kohle – hier der Blick in den Tagebau Nochten – überragende Bedeutung. FOTO: rw
Boxberg. Roman Krautz hat als Seebeauftragter und Wirtschaftsförderer der Gemeinde Boxberg die Wirtschaftsstrategie der Gemeinde für die kommenden Jahre vorgestellt. Er bekräftigte dabei die überragende Bedeutung der Braunkohle für die örtliche Wirtschaft. Christian Köhler

"Wir wollen keine Abwicklung á la 1990 in der Region und setzen auf Nochten II", sagte er im jüngsten Gemeinderat. Gerade vor dem Hintergrund einer notwendigen Strukturentwicklung der gesamten Region sei die Braunkohle nach wie vor unverzichtbar.

Im Jahr 2015 stamme, so Roman Krautz weiter, ein beträchtlicher Teil der 378 Millionen Euro Bruttowertschöpfung der Unternehmen in der Gemeinde Boxberg aus Aufträgen, die direkt oder indirekt mit der Braunkohle zusammenhängen. Insofern spiele die Festigung und der Ausbau des Bergbaus in der wirtschaftlichen Strategie der Kommune eine wesentliche Rolle. Daneben setze die Gemeinde auf den Ausbau Boxbergs als touristischer Standort. "Die touristische Entwicklung muss allerdings nachhaltig sein", unterstrich Krautz, "und dafür haben wir Konzepte, die stets die Grundlage beispielsweise für die Entwicklung des Bärwalder Sees als Erholungsgebiet bilden." Ohne solche Konzepte sei es fast unmöglich, einerseits an Fördermittel und andererseits an Investoren zu kommen.

In diesem Zusammenhang solle als ein drittes Standbein die Festigung regionaler und krisenfester Wertschöpfungsketten stehen. Dafür allerdings, so betonte der Wirtschaftsförderer, müsse auch eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. "Das beginnt beim Thema Breitband und hört bei der Zuganbindung auf", so Roman Krautz. Auf Letzteres hatte bereits Bürgermeister Achim Junker (CDU) im RUNDSCHAU-Gespräch hingewiesen. "Nur weil zwei Haltepunkte auf der neu gebauten Magistrale auf dem Gemeindegebiet eingeplant sind, heißt das ja noch nicht, dass dort auch ein Zug hält", gibt Junker zu bedenken. Die Gemeinde wolle sich daher verstärkt um die Verbesserung der Infrastruktur bemühen.

Ein Weg, mit Unternehmen in Kontakt zu bleiben, sei dabei der Wirtschafts- und Tourismusstammtisch. Dieser soll im März 2017 fortgesetzt werden.