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| 02:50 Uhr

Boxberg setzt auf deutsch-polnische Projekte

Der Teil der Freien Oberschule Boxberg wartet auf seine energetische Sanierung.
Der Teil der Freien Oberschule Boxberg wartet auf seine energetische Sanierung. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Mit vier Projekten geht Boxberg ins Rennen um Fördermittel aus dem Programm Interreg Polen-Sachsen 2014 bis 2020. Davon sollen beide Schulen des Ortes, aber auch die Feuerwehr profitieren. Regina Weiß

Das Feuerwehrgerätehaus in Uhyst, Mobildeiche für den Hochwasserschutz, das Licht-Klang-Festival Transnaturale, die Skater-Arena am Bärwalder See, Begegnungen von deutschen und polnischen Grundschülern - das alles wäre nicht möglich gewesen, wenn die Gemeinde Boxberg in den zurückliegenden Jahren nicht eifrig die Fördertöpfe des deutsch-polnischen EU-Programms angezapft hätte. Vom Nachfolger erhoffen sich die Boxberger ähnliche Erfolge. Damit alles entsprechend vorbereitet werden kann, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss gefasst. Dieser fiel einstimmig.

Größtes Projekt ist das Begegnungszentrum Boxberg. Dahinter verbirgt sich die energetische Sanierung des Schulgebäudes. Im Gegensatz zum Teil der Grundschule warten gut zwei Drittel des Schulgebäudes an der Diesterwegstraße - zum Großteil wird der Bereich von der Freien Oberschule genutzt - auf eine Aufwertung. Hülle und Dach sollen auf den neuesten Stand gebracht werden. Zudem geht es um eine Umgestaltung der freien dritten Etage, um Räume für Begegnungen zu schaffen. Erste Gespräche mit Vereinen wie dem CVJM und den Landfrauen seien erfolgt. Auch der Umzug der Bibliothek sei denkbar.

Rund 1,5 Millionen Euro umfasst allein dieses Projekt, so Hauptamtsleiter Arian Leffs. 85 Prozent davon sollen aus dem polnisch-deutschen Fördertopf kommen. Partner für ein sogenanntes Spiegelobjekt ist in dem Fall Jelenia Gora (Hirschberg). Die Stadt ist Lead-Partner. Damit hat sie sozusagen den Hut auf. Aus Sicht von Leffs nicht die schlechteste Regelung. "In Polen gibt es ganz Abteilungen, die sich mit der Förderung beschäftigen."

Die energetische Sanierung des Schulgebäudes brennt den Boxbergern seit Längerem unter den Nägeln.

Um das Projekt zu stemmen, gibt es mehrgleisige Überlegungen. So gab es in der vergangenen Woche einen Besuch in Cesky Dub (Böhmisch Aicha), einer Stadt nahe Liberec (Reichenberg). Cesky Dub sucht einen Partner in Deutschland. "Die Gespräche waren gut", so Leffs. Bis Ende des Monats haben sich die Boxberger Bedenkzeit erbeten, um möglicherweise erstmals eine deutsch-tschechische Kooperation einzugehen. "Sie sehen, wir haben auch Plan B, C und D", so der Hauptamtsleiter Arian Leffs gegenüber dem Gemeinderat. "Wir hoffen aber, dass Plan A funktioniert", erklärte Bürgermeister Achim Junker (CDU) mit Blick auf die gute deutsch-polnische Partnerschaft.

Die mit Myslakowice (Erdmannsdorf) soll ebenfalls in den nächsten Jahren fortgeführt werden. Dabei geht es um Theater- und Umweltprojekte, die mit Schülern der Grund- und Freien Oberschule durchgeführt werden. Ein Teil der Förderung, gerade aus dem Umweltprojekt, könne in die sächliche Ausstattung der Freien Oberschule fließen. Weiterhin sind Camps und Workshops geplant.

Wenn alles gut läuft, soll das neue HLF 10 der Feuerwehr Klitten ebenfalls aus dem deutsch-polnischen Fördertopf bezuschusst werden. Unter dem Stichwort innovative Feuerwehrtechnik gehen neben Zary und Boxberg 17 weitere Kommunen auf beiden Neißeseiten dieses Projekt an.

Zum Thema:
Gemeinsames Natur- und Kulturerbe, regionale Mobilität, grenzüberschreitende Weiterbildung und partnerschaftliche Zusammenarbeit lauten die vier Prioritäten des Programms. In der ersten Phase sind 30 Millionen Euro Fördermittel möglich. Bis 2020 umfasst das Programm insgesamt 70 Millionen Euro. Infos unter www.plsn.eu