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Boxberg hofft auf Kooperationsvertrag mit Leag

Bürgermeister Achim Junker.
Bürgermeister Achim Junker. FOTO: rw
Boxberg. Wenn am Donnerstag Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (beide SPD) nach Boxberg kommen, dann will Bürgermeister Achim Junker (CDU) nicht nur die Gelegenheit für ein paar Begrüßungsworte nutzen. Er will auch ein Positions- und Maßnahmepapier – aus Sicht der Gemeinde erstellt – übergeben. rw

Das hat der Amtschef bei der Ratssitzung am Montag angekündigt. Laut Junker gehe es in dem Papier um Kompensationsleistungen des Bundes. Entscheidungen zur Energiepolitik in Berlin, die Folgen in der Lausitz haben, müssten sich in entsprechenden Fördermöglichkeiten für die Region widerspiegeln. In diesem Sinne spreche das Positionspapier für die Lausitz, unterstreicht der Amtschef gegenüber der RUNDSCHAU.

Boxberg spürt die Entwicklungen bei Vattenfall und nun der Leag nicht nur im kommunalen Geldbeutel, sondern auch bei den Entscheidungen vor Ort. Nach dem Rückbau der ehemaligen Tagesanlagen des Tagebaus Reichwalde und dem damit verbundenen Aderlass an Unternehmen ist das für 2019 besiegelte Ende der Leag-Ausbildungsstätte in Boxberg ein weiterer Rückschlag für die Entwicklung des Industriestandortes, sagte Junker im Gemeinderat. "Leider haben wir erst durch einen Zeitungsartikel davon erfahren müssen, dass die Ausbildungsstätte im Kraftwerk Boxberg, die aktuell noch 330 Berufseinsteigern einen Ausbildungsplatz bietet, geschlossen wird", bezieht sich Junker auf einer Veröffentlichung in der RUNDSCHAU. Im Gespräch mit der Heimatzeitung schickt er diesbezüglich noch hinterher: "Die Kommunikation mit der Leag ist noch ausbaufähig."

Ernüchtert seien die Boxberger auch, weil sie noch immer auf eine schriftliche Information des Leag-Vorstandes über die künftige Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Unternehmen warten. Eine Vier-Punkte-Agenda sei dem Vorstandsvorsitzenden Helmar Rendez bei einem persönlichen Treffen am 6. März übergeben worden. Ziel der Gemeinde war es, eine Kooperationsvereinbarung zwischen Unternehmen und Kommune zu erreichen. Boxberg geht es dabei konkret um die Themen Sicherung und Ausbau der Industrie-Arbeitsplätze, Entwicklung der Infrastruktur auf den ehemaligen industriell genutzten Standorten, von Bergbaufolgelandschaften und die Unterstützung des dörflichen Zusammenhalts. "Leider blieb unser Schreiben bis heute unbeantwortet", musste Junker den Räten mitteilen.

Wann Boxberg mit einer Antwort rechnen kann, fragte die RUNDSCHAU am Dienstag bei der Leag nach. Bis zum Redaktionsschluss lag keine Antwort vor.

Boxberg ist allerdings guter Hoffnung, dass die direkte Kommunikation zwischen dem Unternehmen und der Kommune durch bessere planbare politische Rahmenbedingungen optimiert werden kann. "Ein wichtiges und begrüßenswertes Zeichen ist dabei der Wille der Leag, die eigenen Alt-Industrieflächen des Kraftwerks Boxberg als Standort für industrielle Batteriegroßspeicher nutzen zu wollen", so Junker. Er hofft als Gemeindechef, dass diese Ansiedlung als aktive Maßnahme der Strukturentwicklung auch eine entsprechende finanzielle Förderung erfährt.