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Boxberg geht Breitbandausbau an

Ein Verteilerpunkt, in dem Glasfaserkabel unter anderem zur Übertragung von Hochgeschwindigkeitsinternet zusammenlaufen. Daran hapert es in vielen Teilen Brandenburgs noch.
Ein Verteilerpunkt, in dem Glasfaserkabel unter anderem zur Übertragung von Hochgeschwindigkeitsinternet zusammenlaufen. Daran hapert es in vielen Teilen Brandenburgs noch. FOTO: dpa
Boxberg. Ein Millionen-Projekt will die Gemeinde Boxberg bis 2019 umsetzen. Es geht um den Breitbandausbau im 217 Quadratkilometer großen Ortsgebiet. Der Gemeinderat hat mit seinem Beschluss vom Montagabend den ersten Schritt gemacht. rw

Die Zeiten, in denen Rauchzeichen oder Brieftauben schneller sind als die Übertragung via Internet, sollen in Boxberg bald der Vergangenheit angehören. Schon rund zwei Jahre haben sich Verantwortliche der Kommune mit dem Thema beschäftigt, nachdem klar wurde, dass der Freistaat zur "digitalen Offensive Sachsen" bläst. Nach der Bedarfsanalyse durch die Gemeinde erfolgten viele Gespräche, folgte auch Ernüchterung.

"Ich formuliere es mal etwas salopp. Heute geht es darum, dass wir die Hose runterlassen. Sagen, ja wir wollen es oder wollen es nicht", so Hauptamtsleiter Arian Leffs in der Ratssitzung. Dass die Boxberger es wollen, untermauerten sie dann mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss. Dieser enthielt auch das Wie. Alle Ortsteile und Ausbaugebiete sollen grundsätzlich mit Glasfaser erschlossen werden. Weiterhin gibt es 15 Bereiche und Gebiete, die gesondert behandelt werden. So nimmt man im Fall der ehemaligen NVA-Kaserne in Bärwalde Abstand vom Ausbau oder setzt bei der Wildtierfarm am Uhyster Ufer des Bärwalder Sees auf Kupfer, es sei denn, ein Glasfaserkabel würde dort künftig "zufällig" vorbeiführen.

Zwar würde mancher, der heute mit ein oder zwei Megabit auskommen muss, meinen, dass auch 100 Megabit über Kupferkabel ausreichen würden, so Leffs, doch man müsse an die Entwicklung denken, die weitergehe. Er verglich es mit einer Festplatte am Computer, wo noch vor zehn Jahren gedacht wurde, ein Gigabit Speichervolumen sei ausreichend. "Heute lachen wir darüber", so Leffs. Deshalb die Option für Glasfaser.

Hat seinen Preis

Allerdings hat dieser moderne Ausbau von Breitband auf dem flachen Land seinen Preis. Im Fall von Boxberg sind es 13,5 Millionen Euro, die das Vorhaben kosten wird. Der Landkreis Görlitz wird den Fördermittelantrag stellen. 90 Prozent soll der Zuschuss betragen. Verbleiben immer noch 1,35 Millionen Euro bei Boxberg. "Es laufen noch Gespräche, um den Eigenanteil zu verringern", so Leffs. Diese werden über den Kreis sowie die Lausitzrunde geführt. Allerdings stünde dazu noch nichts fest.

Mehrere Jahresscheiben

Die Investition wie die Eigenmittel werden über mehrere Jahresscheiben gestreckt. Wenn voraussichtlich im Mai der Förderbescheid vorliege, dann könne in die Detailplanung und in die Ausschreibung gegangen werden. Arian Leffs geht davon aus, dass die Bauvergabe im Herbst erfolgen kann. 2018 und 2019 sollen dann die Leitungen in die Erde kommen, wohl wissen, so Leffs, "dass das ein hochgestecktes Ziel ist." Kämmerin Stefanie Arndt erklärte, dass sie einen Doppelhaushalt 2017/18 vorlegen wolle, wo die Mittel eingeplant werden.

Gemeinderat Thomas Vater (WV Bürgernähe) wollte wissen, ob der Gemeinde Boxberg nicht Intensionen der Telekom auf die Füße fallen könnten. Er nannte als Beispiele Rothenburg und Horka, wo das Unternehmen wohl nun selbst aktiv werde. Das sei die kostengünstige Variante für die Kommune, allerdings bleibe es dann beim Kupferkabel, gab Leffs zu verstehen. Allerdings habe Boxberg deshalb die Bedarfsanalyse gemacht, um von Kommunikationsunternehmen Ausbauabsichten zu erfahren. Diese seien für 36 Monate ausgeschlossen worden.

"Wir werden hier auf alle Fälle zustimmen. Es geht darum, die Lebensqualität zu verbessern", so Gemeinderat Hendryk Balko (WV Boxberg).

Zum Thema:
Ende September hatten 24 Unterzeichner, Gewerbetreibende und Bürger aus dem Boxberger Ortsteil Tauer eine Petition eingereicht. Der Inhalt: die nicht mehr tragbaren Zustände beim Internet. So dauerte es drei Minuten, um die 2,5 MB umfassende pdf-Datei hochzuladen, um sie an die LR verschicken zu können. Gefordert wird eine stabile und zeitgemäße Versorgung mit Internet und Festnetz.