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Boxberg erhöht Kitabeiträge

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Boxberg. Eltern in der Gemeinde Boxberg müssen für die Betreuung ihrer Kinder in Krippe, Kita und Hort künftig mehr bezahlen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Enthaltungen die Änderung der Elternbeitragssatzung auf den Weg gebracht. rw

Für einen Neun-Stunden-Krippenplatz sind künftig 197 Euro zu entrichten. Das sind 17 Euro mehr als bisher. Der Platz im Kindergarten (neun Stunden) kostet nun 95 Euro (bisher 89 Euro). Für den Hortplatz (sechs Stunden) müssen dann 53 Euro bezahlt werden (51 Euro).

"Das gefällt sicherlich niemandem", so Bürgermeister Achim Junker (CDU). Er verstehe, dass man diesen Zahlen nur schweren Herzens zustimmen könne. "Doch die Notwendigkeit liegt auf der Hand", so der Gemeindechef.

Den Beitragssätzen liegt die Berechnung der Betriebskosten zugrunde. Und dort zeigt sich, was sich verändert hat. So schlagen die Personalkosten am meisten zu Buche. Ihre Steigerung hat quasi gleich einen doppelten Grund. So ist Boxberg tarifgebunden, wie Hauptamtsleiter Arian Leffs in der Ratsrunde erklärt. Eine Steigerung von 2,4 Prozent bei den Löhnen musste eingerechnet werden.

Außerdem hat der Freistaat die Änderung des Betreuungsschlüssels beschlossen. In der Kita bedeutet das, dass eine Erzieherin nicht mehr 13 Kinder, sondern nur noch zwölf betreut. In der Krippe ändern sich die Zahlen von 1:6 auf 1:5,5 und 2018 dann auf 1:5.

"Das bedeutet, dass wir trotz gleichbleibender Kinderzahlen mehr Personal einsetzen", so Leffs weiter. Das bedeutet ein Mehr von 60 000 Euro beim Personal. Dagegen hält die Kommune, indem sie bei den sächlichen Betriebskosten genau hinschaut. Hier konnten die Ausgaben um rund 20 000 Euro reduziert werden. So wurden unter anderem die Reinigungsleistungen neu ausgeschrieben.

Auch wenn der Sprung bei der Krippe mit monatlich 17 Euro sehr groß ausfällt, stellt Boxberg den Eltern nur die Minimalvariante in Rechnung. Sie legt 20 Prozent der Platzkosten um, könnte aber bis 23 Prozent gehen. Der Hauptamtsleiter hofft, dass es auch so bleibt, nachdem die Rechtsaufsicht auf den Haushalt der Kommune geschaut hat. Denn die Finanzlage ist bekanntlich alles andere als rosig. 23 Prozent würden pro Krippenplatz schon mal 227 Euro bedeuten.

Bevor die Gemeinderäte den Beschluss auf der Tagesordnung stehen hatten, war das Thema heftig im Ausschuss vorberaten worden.