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| 17:19 Uhr

Boxberg
Weniger Pacht bei weiterem WC

Boxberg. Auf dem Sternencamp-Campingplatz Boxberg soll ein zweiter Sanitärbereich entstehen. Von Torsten Richter-Zippack

Mit der zu Ende gehenden Saison 2018 ist Ludwig Müller überaus zufrieden. „Die vergangenen Monate sind wirklich super gelaufen, ich kann nicht klagen“, resümiert der Betreiber des Campingplatzes „Sternencamp“ am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees. Die Anlage, die 94 Stellplätze bietet, war meist hervorragend ausgelastet. Konkrete Besucherzahlen will Müller derzeit indes nicht nennen. „Wir hätten durchaus weitere Gäste aufnehmen können, aber dafür wären unsere Toiletten-Kapazitäten nicht ausreichend“, sagt Müller. Aus diesem Grund strebt der Unternehmer eine zweite WC-Anlage an. Wann diese kommt, sei derzeit noch ungewiss. Dem Sternencamp-Betreiber schwebt aus Kostengründen ein mobiles Teil vor, das durchaus auch bereits in Gebrauch war.

Die Gemeinde Boxberg als Eigentümerin des Campingplatzes will dem Unternehmer seine Entscheidung indes erleichtern. Denn jetzt haben die Gemeinderäte der Änderung des Pachtvertrages zugestimmt. Darin, so heißt es, können vom Pächter getätigte Investitionen in das Anlagevermögen sowie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten der Pacht für die Freiflächen des Campingplatzes gegengerechnet werden. Die Pacht für das Empfangsgebäude mit Kiosk und Wohnung bleibt davon unberührt. Für dieses Objekt gilt eine separate Pachtsumme.

Nach Angaben von Roman Krautz von der Gemeinde Boxberg wäre ein zweites festes Sanitärgebäude zwar wünschenswert, aber aufgrund der Kosten im sechsstelligen Bereich finanziell nicht zu stemmen. „Mit der jetzigen Änderung des Pachtvertrages kann der Pächter eine mobile Toilettenanlage für den Saisonbetrieb besorgen.“ Zugute wird Ludwig Müller gehalten, dass er bereits den Kinderspielplatz hat errichten lassen. Allerdings seien weitere Toiletten zwingend vonnöten.

Bürgermeister Achim Junker (CDU) sagt, dass die Gemeinde den Pachtvertrag eigentlich schon vor einem Jahr hätte entsprechend ändern sollen. „Aber wenn es 2019 mit der zweiten WC-Anlage klappt, haben wir alle etwas gewonnen.“ Gemeinderat Gunna Sock (WV Boxbewrg) erklärt, dass Boxberg Geld verliere, wenn die aufgrund der fehlenden Toiletten nicht verpachtbaren Campingflächen weiter leer stünden. „Das betrifft rund ein Drittel des Areals“, benennt Sock die Größenordnung.

Indes muss sich der Sternencamp-Betreiber eng mit der Gemeinde abstimmen. Bis Ende Februar wolle das Boxberger Rathaus eine betriebswirtschaftliche Analyse über die getätigten Einnahmen haben. Und Investitionen seien nur in Absprache mit der Kommune möglich. Durch die jetzige Änderung des Pachtvertrages werde der Platzbetreiber ein wenig gezwungen, sich endlich um eine mobile WC-Anlage zu kümmern, heißt es aus dem Gemeinderat. Und Roman Krautz ergänzt: „Auf dem Campingplatz sollen natürlich auch weiterhin Wartung und Investitionen erfolgen. Und das, obwohl unsere Gemeinde kein Geld mehr hat.“ Boxberg befindet sich seit der massiven Rückzahlung von Gewerbesteuern an den Bergbau- und Energiekonzern Vattenfall im Sparmodus.

Die 2018er-Saison im „Sternencamp“ läuft noch bis zum 31. Oktober. Betreiber Ludwig Müller ist bereits seit März 2015 auf dem Boxberger Campingplatz präsent.