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| 12:40 Uhr

Neuanfang in Weißwasser
„Zusammen sind wir stark“

 Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), Stadtwerke-Chefin Katrin Bartsch und Romy Gahner vom Sozialen Netzwerk werden beim Frühjahrsempfang der Stadt exemplarisch für viele helfenden Hände von Torsten Pötzsch mit einem Landkreis-Kalender beschenkt.
Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), Stadtwerke-Chefin Katrin Bartsch und Romy Gahner vom Sozialen Netzwerk werden beim Frühjahrsempfang der Stadt exemplarisch für viele helfenden Hände von Torsten Pötzsch mit einem Landkreis-Kalender beschenkt. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Das ist die Botschaft von Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Mit mehreren Akteuren hat er eine Ansiedlung eines großen Arbeitgebers im Visier. Von Christian Köhler

Der Frühling steht für einen Neuanfang. Und der sei dringend nötig, meint Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Dazu allerdings – um im Bild zu bleiben – müsse man das Rad nicht neu erfinden, sondern die meisten Bäume überstehen den Winter und treiben neu. Ein zarter Trieb ist in dieser Woche mit Hilfe des Landkreises, der Agentur für Arbeit sowie der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesien-Oberlausitz (Eno) in Dresden gehegt und gepflegt worden: Die Ansiedelung eines großen Arbeitgebers in Weißwasser.

Von diesen Verhandlungen berichtet Torsten Pötzsch beim Frühjahrsempfang am Mittwochabend bei den Stadtwerken Weißwasser (SWW). Dort sind Unternehmen, Vereine, Stadträte und Bürgermeister von Nachbargemeinden zu Gast. „Es gibt eine Anfrage eines Schwergewichtes“, erzählt der Oberbürgermeister, ohne Namen zu nennen, „was auch der Landkreis als solches einschätzt.“ In Windeseile habe der Kreis und Eno-Chef Sven Mimus sich daran gemacht, ein Portfolio mit Zahlen, Flächen und Daten der Stadt zusammenzustellen. Auch die Arbeitsagentur sei im Boot gewesen, als Pötzsch Anfang der Woche (erneut) in der Dresdener Staatskanzlei aufgeschlagen ist und dort für Weißwasser geworben hat. „Daran sieht man: Nur zusammen sind wir stark“, betont Torsten Pötzsch, während er die Erwartungen gleich wieder dämpft: „Sehen wir einmal, wie die Entscheidung des Unternehmens ausfällt, immerhin steht Weißwasser in Konkurrenz zu anderen Lausitzer Kommunen und Städten deutschlandweit.“

Neben den Neuansiedelungen von Unternehmen, die gerade wegen des avisierten Kohleausstiegs „dringend nötig sind“, müsse allerdings auch Bestehendes, „die Bäume“, gepflegt werden. Gemeint sind ortsansässige Firmen, die trotz aller Widrigkeiten in Sachen mangelhaftes Breitband oder schlechter Infrastruktur in der Lausitz, in Weißwasser, geblieben sind – „und hoffentlich bleiben“, so der Oberbürgermeister. „Für Weißwasser und das Umland plane ich deshalb eine Arbeitsgemeinschaft, die aus regionaler Politik und Verwaltung sowie aus Unternehmen besteht“, kündigt Pötzsch an. Die dort entwickelten Ideen sollen an die Entscheidungsgremien herangetragen werden. Denn die Bürgermeister der Region würden mit Sorge beobachten, wie „einige Stellen des Bundes den Kompromiss der Kohlekommission anzweifeln“.

Dabei, so Torsten Pötzsch, „geht der Wirtschaft, geht unseren Verwaltungen langsam das Fachpersonal aus“. Nicht alles könne weiterhin im Ehrenamt aufrechterhalten werden. Das müsse die Politik, „vom Bund bis zum Gemeinderat, endlich verstehen“. Er appelliert aber auch an die regionalen Entscheidungsträger, wünscht sich von Lehrern, Eltern und Großeltern, mit zu helfen, „unsere Heimat enkeltauglich zu machen“. Um die Jugend zu halten, bedürfe es eines positiven Bildes von der Stadt und der Region – „vom Jammern ist noch keiner wieder gekommen“, hält Pötzsch den Kritikern entgegen.

Und gerade Beschimpfungen von Amtsträgern, von Gerüchten und falschen Behauptungen habe er genug: „Der OB hat die neue Kita nur gebaut, weil sein Sohn da hin gehen soll“, habe Pötzsch jüngst erklärt bekommen. „Ich frage mich, wie manche auf so etwas kommen?“ Die neue Kita Regenbogen oder der neue Hort an der Geschwister-Scholl-Grundschule seien trotz klammer Kassen Meilensteine in Weißwassers Entwicklung. Im Mai werde zudem der neue Sportpark an der Eisarena eingeweiht, im Juli den Ehrenamtlern aus Vereinen der Stadt bei einer Feierstunde gedankt. „Wir haben so viel geschafft, und das zusammen, auch wenn es nicht immer einfach war.“

Mit Blick auf das Wahljahr richtet sich Pötzsch an die gut 100 Gäste: „Schauen Sie sich die Kandidaten genau an, die in die Parlamente wollen“, rät er. Bei bekannten Stadt- und Gemeinderäten müsse sich der Wähler ansehen, was sie geleistet oder eben auch nicht geleistet haben. Bei neuen Kandidaten sei es zudem wichtig zu hinterfragen, was sie bereits getan haben, um sich ein Bild zu machen. „Es wird ein spannendes und richtungsweisendes Wahljahr“, ist sich Weißwasser Stadtchef sicher. Für die Zukunft wünscht er sich, „dass wir von den Dingen, die wir machen, noch stärker überzeugt sind“, denn der „Stolz auf unsere Heimat und auf ihre Entwicklung ist in der Vergangenheit ein wenig verloren gegangen.“

 Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), Stadtwerke-Chefin Katrin Bartsch und Romy Gahner vom Sozialen Netzwerk werden beim Frühjahrsempfang der Stadt exemplarisch für viele helfenden Hände von Torsten Pötzsch mit einem Landkreis-Kalender beschenkt.
Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), Stadtwerke-Chefin Katrin Bartsch und Romy Gahner vom Sozialen Netzwerk werden beim Frühjahrsempfang der Stadt exemplarisch für viele helfenden Hände von Torsten Pötzsch mit einem Landkreis-Kalender beschenkt. FOTO: Christian Köhler