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| 13:52 Uhr

Seenland
Borkenkäfer ist Grund für Kahlschlag

 Der Borkenkäfer hat im Raum Boxberg zugeschlagen. Deshalb musste die Kommune schnell handeln.
Der Borkenkäfer hat im Raum Boxberg zugeschlagen. Deshalb musste die Kommune schnell handeln. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Boxberg. Boxberger Bauhof hat schnell reagiert. Geplanter Holzeinschlag kommt trotz gefallener Preise. Von Regina Weiß

Über viele Gäste freut man sich grundsätzlich am Bärwalder See. Doch nicht alle sind wirklich willkommen. Auf den Einflug des Borkenkäfers hätte die Gemeinde gern verzichtet.

Als festgestellt wurde, dass sich der Forstschädling auch in Waldflächen an Sachsens größtem See niedergelassen hat, hat der Bauhof der Gemeinde trotz widriger äußerer Umstände schnell reagiert. So kann es Hendrik Scholz, zweiter stellvertretender Bürgermeister, jüngst im Gemeinderat verkünden. Der Gemeinde blieb keine andere Lösung, als in dem Fall den Kahlschlag anzugehen. Weiterhin musste das geschlagene Holz so schnell wie möglich von den betroffenen Flächen beräumt werden. Ein Teil davon wurde gleich vor Ort geschreddert. Die Arbeiten wurden in enger Abstimmung mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst durchgeführt.

Das kann auch Revierförster Matthias Kruner bestätigen. Rund 0,3 Hektar mussten im Bereich Klitten-Jasua weichen. „Wir haben natürlich hier nicht die Probleme wie im Süden oder im Bereich Königshainer Berge“, relativiert der Fachmann. Doch im Raum Weißkeißel und Sagar mussten neben den Flächen am See im Privatwald mehrere tausend Festmeter Holz wegen des Befalls durch den Borkenkäfer geschlagen werden.

Apropos Holzeinschlag. Dieser geht auf anderen Flächen in der Gemeinde planmäßig weiter. Dafür wird ein Holzdienstleister aus Preschen sorgen. Dieser soll 946 Festmeter ernten. Dafür stellt er der Kommune rund 17 000 Euro in Rechnung. So hat es der Technische Ausschuss einstimmig beschlossen. Allerdings tat Gemeinderat Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) seine Bedenken kund. „Wollen wir das Ganze nicht aufschieben“, schlug er vor. Und sprach aus eigener Erfahrung. Aufgrund der gefallenen Holzpreis lässt der Unternehmer den Holzeinschlag ruhen. Doch die Räte waren sich ziemlich sicher, aus dem im vorigen Jahr verabschiedeten Plan nicht rauszukommen.

Im Oktober hatte der Gemeinderat nämlich einstimmig festgelegt, was mit der rund 191 Hektar großen Waldfläche der Kommune passieren soll. Laut Plan des Forstbezirks Oberlausitz soll der Wald der Kommune in diesem Jahr rund 16 000 Euro an Erlös bringen. Der Holzverkauf soll rund 33 000 Euro einbringen. Dem sind die Ausgaben unter anderem für die Holzernte gegenzurechnen.

Ob tatsächlich diese Verkaufszahlen erzielt werden können, bleibt allerdings abzuwarten. Laut Norbert Reimann vom Bauamt hat sich der für 2018 geplante Überschuss aus dem Holzverkauf von 21 900 Euro auf 6400 Euro minimiert, hörten die Ausschussmitglieder.

„Wir hatten einfach zu viele Stürme“, schätzt Gemeinderat Gunnar Sock (WV Boxberg) die Situation auf dem Holzmarkt ein.