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| 15:35 Uhr

Schädlinge im Wald
Was der Borkenkäfer mit dem Hochwasser zu tun hat

 Kleines Tier, große Wirkung: Der Borkenkäfer sorgt auch im Landkreis Görlitz für großen Schaden.
Kleines Tier, große Wirkung: Der Borkenkäfer sorgt auch im Landkreis Görlitz für großen Schaden. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Görlitz. Die Invasion der Borkenkäfer hat im Landkreis Görlitz ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen. Die vorhandenen Kräfte reichen nicht aus, um die Schädlinge zu bekämpfen. Der Landkreis fordert jetzt Unterstützung von Bund und Land. Von Regina Weiß

Landrat Bernd Lange (CDU) vergleicht die Borkenkäfer-Epidemie im Landkreis Görlitz mit einem Hochwasser, was zumindest die Koordinierung der Einsatzkräfte betrifft.

Laut Heike Zettwitz, Dezernentin im Landkreis, sind 90 000 Festmeter Holz vor allem im südlichen Teil des Landkreises vom Befall der Schädlinge betroffen. 20 000 Festmeter konnten bereits aus den Wäldern entfernt werden. Doch der übergroße Anteil befinde sich halt noch im Wald und zeigt damit klar die Problemlage an. „Die Kapazitäten sind erschöpft“, so Bernd Lange bei einem Pressegespräch in Görlitz weiter. Das betreffe das Personal aber auch die Lagermöglichkeiten. Noch dazu, wo auch zahllose private Waldbesitzer von diesem Dilemma betroffen sind.

Weil das befallene Holz zum Großteil weiterhin im Wald bleiben muss, habe der Borkenkäfer weiter leichtes Spiel und könne sich noch mehr ausbreiten. Das sei wie eine Welle beim Hochwasser. Deshalb fordert Lange den Bund auf, koordinierend einzugreifen, sich mit dem Land zusammenzusetzen, um Unterstützung anzuschieben. Das müsse so schnell wie möglich passieren, um Herr der Lage zu werden. Denn wie beim Hochwasser reichen die bisher vorhandenen Kräfte nicht aus, um der Lage Herr zu werden. Laut Sachsenforst unterstützt die Bundeswehr in einigen Bereichen seit Ende August Forstwirte beim Kampf gegen den Borkenkäfer.

Heike Zettwitz unterstreicht auf Nachfrage, dass die Invasion der Schädlinge ein bisher nie dagewesenes Ausmaß im Landkreis Görlitz erreicht habe. Es werde das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägen. Derzeit seien vor allem braune Bäume zu sehen, später die Kahlstellen im Bestand. Klar müsse auch wieder aufgeforstet werden. Doch auch dort zeige sich das Problem: So viele Setzlinge sind gar nicht vorrätig.Vor allem müssten es resistente Bäume sein.