Trotz voller Auftragsbücher hat die WBN Waggonbau Niesky GmbH Ende Dezember Insolvenz angemeldet. Darüber informiert die IG Metall in einer Pressemitteilung. Die mehr als 300 Mitarbeiter des Schienenfahrzeugbauers seien am Dienstag von der Nachricht überrascht worden. Nach Angaben der Gewerkschaft hat sich der derzeitige Gesellschafter des Waggonbau Niesky, die Quantum Capital Partners AG aus München, nicht in der Lage gesehen, den Verlust aus dem letzten Geschäftsjahr auszugleichen.

Von den Gewerkschaftern hieß es: „Noch im November 2017 hieß es, die Geschäfte beim Waggonbau Niesky würden gut laufen – jetzt stehen die Beschäftigten direkt nach dem Jahreswechsel unter Schock. Ob die Kolleginnen und Kollegen getäuscht wurden, gilt es jetzt in einem geordneten Insolvenzverfahren herauszufinden.“

Die Auftragsbücher der Oberlausitzer Waggonbauer sind offenbar gut gefüllt. Das Aus für den Waggonbau ist mit der Insolvenz aber nicht besiegelt. Offenbar haben die Großgläubiger der Firma bereits Interesse geäußert, eine Fortführung des Betriebes unter Beibehaltung der kompletten Stammbelegschaft zu sichern.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels vom 2.1.2018 war die Gewerkschaft IG Metall mit Äußerungen zum Umgang des Investors Quantum mit Gewinnen aus dem Unternehmen sowie mit Investitionen zitiert worden. Diese Passage ist rechtlich umstritten und deswegen entfernt worden.