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| 17:45 Uhr

Wohnungswirtschaft
Block an Hegelpromenade bleibt stehen

Sie sind der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser eG:  Ines Gundel und Dietmar Lange.
Sie sind der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser eG: Ines Gundel und Dietmar Lange. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Vor der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser liegt eine spannende Zeit. Das schätzen die Vorstände Dietmar Lange und Ines Gundel ein. Der Rückbau spielt keine dominierende Rolle mehr. Von Gabi Nitsche

Bei der Wohnungsbaugenossenschaft (WGW) hat man keine Glaskugel zur Hand genommen, um in die Zukunft zu schauen. „Wir haben auf junge Studenten vom Lehrstuhl Stadttechnik an der BTU Cottbus gesetzt“, sagt Vorstand Dietmar Lange (57). Er erklärt, dass es vor allem erst einmal um eine handfeste Analyse ging und dann um solche Fragen: Wie ist es um den Wohnungsbestand bestellt? Wie soll dieser weiter entwickelt werden? Etwa 3000 Wohnungen gehören zur Genossenschaft.

Einige Ergebnisse dieser Untersuchungen mit externem Blick hätten für gewisse Aha-Effekte gesorgt, deutet Dietmar Lange an. Letztlich sei ein Investitionskonzept entstanden. „Die Quintessenz: Es sind ehrgeizige Vorhaben, die wir gern bis zum Jahr 2026 nach und nach umsetzen wollen.“ Dazu laufen derzeit Gespräche, denn Ideen sind nur die eine Seite der Medaille, die Finanzen die andere Seite. Über Details will der technische Vorstand sprechen, wenn sozusagen alles eingetütet ist. Denn über ungelegte Eier zu sprechen, das sei so gar nicht sein Ding.

Ines Gundel, seit Jahresbeginn vom Aufsichtsrat als kaufmännischer Vorstand berufen, geht es nicht anders. Die 50-Jährige aus Elstra bei Kamenz, wo sie eine kleine Genossenschaft leitet, gehörte dem WGW-Aufsichtsrat schon drei Jahre an. „Ich war etliche Jahre als Prüferin beim Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften tätig und bringe mein ganzes Wissen jetzt auch in Weißwasser ein“, sagt die Sächsin. Ihre Berufung sei erfolgt, nachdem Vorstandsmitglied Birgit Michel ihr Amt Ende 2017 niedergelegt hatte, bestätigt Dietmar Lange auf Nachfrage.

Er und Ines Gundel setzen auf Team-Work, auf Zusammenhalt, betonen sie. „Wir streben eine positive Unternehmenskultur an, sehen uns wieder mehr als genossenschaftliche Familie.“  Das gelte laut Dietmar Lange für die 24 Mitarbeiter untereinander genauso wie nach außen.  

Positive Signale sind es auch, die die Genossenschaft beim Thema Stadtentwicklung sendet. Die WGW hat sich vom großflächigen Rückbau, wie er in den vergangenen Jahren an der Tagesordnung war, verabschiedet. Die 70 Wohnungen an der Boxberger Straße 2017 waren der letzte große Abriss. Künftig gehe es nur noch um punktuelle Sachen. Dietmar Lange nennt als ein Beispiel die Hegelpromenade 13 und 15. Langfristig sollte der Block von der Bildfläche verschwinden. Das will die WGW nicht mehr. Es werde gerade diskutiert, was anderweitig geht, wie das Wohngebiet aufgewertet werden kann, was bezahlbar ist. Dieses Jahr erfolgt die Planung, nächstes Jahr dann die entsprechende Baumaßnahme je nach Variante, für die man sich entscheidet.

„Unser Ziel ist es, die Mitte von Weißwasser, wo die Menschen zu Hause sind, wo sie kurze Wege haben, mehr zu stärken. Das ist für die Mieter und das Stadtbild positiv“, ist Lange überzeugt. Es gehe darum, generationsübergreifend zu agieren und mit barrierearmen Ausstattungen wie neuen Fahrstühlen und veränderten Wohnungszuschnitten der demografischen Entwicklung zu entsprechen. Ines Gundel spricht von sozialer Mischung von Alt und Jung, die die WGW erhalten will.

In dem Kontext stehe auch die komplexe Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße 20 bis 22 in diesem Jahr. Dazu gehören Balkone, Dämmung, Fassade und neue Leitungen. Die WGW investiert hier 700 000 Euro. Für zwei Wohnhäuser an der Marienstraße in Krauschwitz sind gerade die Fassadensanierungen ausgeschrieben. An der Turnerstraße in Krauschwitz muss ein Keller instandgesetzt werden. Hier habe aufsteigendes Grundwasser Schäden angerichtet genau wie in Schleife an der Glück-auf-Siedlung. Im Karree Heinrich-Hertz-Straße in Weißwasser stehen Arbeiten an zwei Dächern an.

„Außerdem beginnen wir damit, in neue Hausanschlussstationen zu investieren, um einen störungsfreien Betrieb bei der Wärmeversorgung zu gewährleisten“, kündigt Vorstand Lange an. Über 60 derartiger Stationen gibt es. „Solche Maßnahmen fallen öffentlich nicht groß auf, kosten aber viel Geld.“ Ines Gundel spricht von zwei Millionen Euro, die die WGW jedes Jahr allein in Instandsetzungsvorhaben steckt.

Von einer Herzensangelegenheit spricht Dietmar Lange, wenn es um das soziale Engagement der WGW geht. „Wir werden weiterhin sehr aktiv sein, wenn es um Angebote für unsere Mitglieder geht, um Ferienagebote, die Welpenliga oder den Eissport, um einige Beispiele zu nennen.“