ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:14 Uhr

Statistik
Blitzer bringen dem Kreis Millionen

Görlitz. Dreimal so schnell wie erlaubt. Das wird teuer, wenn jemand von den Messanlagen erwischt wird. Ein Blick in die Statistik.

Nun sage noch einer, dass Blitzen sich nicht auszahlt. Es tut es sogar im doppelten Sinne. In barer Münze – in dem Fall für die Kasse des Landkreises –, aber auch in Lerneffekten bei den Autofahrern. Ein gutes Beispiel ist der Hermannsplatz in Bad Muskau. Dort sorgte auch das mobile Messgerät im vorigen Jahr um diese Zeit für Aha-Effekte. Ein Jahr später: Schön langsam schleichen die Autos gen Grenzbrücke, wie im verkehrsberuhigten Bereich vorgegeben.

Insgesamt sind im Landkreis Görlitz 83 085 Verkehrsteilnehmer geblitzt worden, teilt die Pressestelle der Kreisverwaltung auf Anfrage der RUNDSCHAU mit. Die Zahl liegt nur unwesentlich unter dem Ergebnis des Vorvorjahres. Daraus haben sich 54 359 Verwarn- und 8726 Bußgelder ergeben. „Die Einnahmen im Kassen-Soll liegen derzeit bei 1,944 Millionen Euro“, kann Julia Bjar bestätigen. Dieser Betrag werde sich jedoch nach Rechtskraft aller Bescheide aus dem Jahr 2017 auf rund 2,2 Millionen Euro erhöhen. Im Jahr 2016 hatte der Landkreis Görlitz Einnahmen in Höhe von 2,32 Millionen Euro und das aus 52 793 Verwarn- und 9010 Bußgeldern.

Im Landkreis Görlitz sind acht stationäre Messanlagen vorhanden und in Betrieb sowie vier Messfahrzeuge im Einsatz. Investitionen sind in diesem Bereich für dieses Jahr nicht geplant

Und wo steht die erfolgreichste Anlage? Etwa in Weißwasser? Mittnichten. Die stationäre Messanlage auf der B 99 in Ostritz, in Fahrtrichtung Görlitz, führt mit 6024 Messbildern die Statistik an. Das bedeutet: Am Tag hat die Anlage im Durchschnitt 16-mal ausgelöst. Darauf folgen die Messanlagen auf der Zittauer Theodor-Körner-Allee mit 3145 Messbildern und auf der B 115 in Kodersdorf, Fahrtrichtung Niesky, mit 2873 Messbildern.

Und wer war am schnellsten? In der Gemeinde Großschweidnitz wurde ein Pkw bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h mit 152 km/h gemessen. Das hatte zur Folge, dass der Sünder ein dreimonatiges Fahrverbot ausgesprochen bekam und zudem eine Geldbuße von 600 Euro zahlen musste. Dass man auf der B 178 im Süden des Landkreises schön schnell unterwegs sein kann, wurde ebenfalls auf einem Foto festgehalten: Dort wurde ein Pkw bei erlaubten 100 mit 218  km/h gemessen.

Nun „ärgert“ ja Bad Muskau die Autofahrer weiter. Seit zwei Monaten gelten die Tempo 30 ab dem Feldweg bis zur Einfahrt Badepark. Und kaum standen die Schilder, war auch der Landkreis mit seinem Blitzer vor Ort. Doch wenn er nicht da ist, dann werden in einigen Bereichen nicht nur 50 km/h gefahren, sondern durchaus auch mehr. Vor allem am Wochenende ist das zu beobachten.

Wird denn am Sonntag auch mobil geblitzt? Mobile Geschwindigkeitsmessungen durch den Landkreis Görlitz am Wochenende sind im regulären Messplan nicht vorgesehen, teilt die Pressestelle der Heimatzeitung mit. Es kann jedoch auf Anforderung von Kommunen und in Abstimmung mit diesen vereinzelt zu Messeinsätzen am Wochenende kommen.