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Blick nach Polen bei der Kurort-Entwicklung

Leserbriefe. Helmut Walter aus Weißwasser reagiert telefonisch auf den Beitrag "LED-Werbewand in Weißwasser soll doch kommen" vom 29. Dezember: Er findet es grundsätzlich gut, dass für die LED-Werbewand keine städtischen Gelder verwendet werden.

Wenn sich Unternehmen finden, die die Investitionskosten dafür übernehmen, sei das in Ordnung. "Doch darum geht es mir nicht allein. Diese müssen sich auch über die Folgekosten im Klaren sein." Am RUNDSCHAU-Telefon begründet er das mit der Zerstörungswut einiger Mitmenschen in der Vergangenheit. Schon so manche Einrichtungen, die teuer saniert oder angeschafft wurden, seien mutwillig beschädigt oder zerstört worden. Als Beispiele nannte er Springbrunnen, Sorauer Platz, Grünanlagen, zerschlagene Schaufenster. "Ich bin überzeugt, dass es keine drei Tage dauert, dann ist die Werbetafel auch hinüber." Deshalb sehe er nicht ein, dass die Stadt für die Folgekosten aufkommen soll.

Gesetze müssen auf den Weg gebracht werden

Bernd Richter aus Weißwasser schreibt zum Beitrag "Gießwasserzuschuss für Kleingärten bleibt bestehen" vom 28. Dezember:

Bergbaubetreiber Leag hat entsprechende Verträge verlängert. Die Mitglieder von Kleingartenvereinen wird es freuen. Was ist aber mit denen, die ihren Garten am Eigenheim haben? Wie ist das bei öffentlichen Grünanlagen, Parks, Friedhöfen und Wäldern? Na schön, Wälder können wir rauslassen, die werden ja eh im Zuge der Tagebauerschließung abgeholzt (ein bisschen Sarkasmus muss sein). Doch was ist mit den Übrigen, leiden sie nicht auch unter den Auswirkungen der Tagebaue, unter dem Entzug des Grundwassers?

So schön es ist, dass es diese vom Bergbaubetreiber getragene Kulanzregelung gibt, um so trauriger ist es, dass Bürger und Kommunen auf solche Gnaden angewiesen sind. Schäden durch Braunkohletagebaue - da geht es nicht nur um die unterbrochene natürliche Wasserversorgung. Durch die Absenkung des Grundwasserspiegels kommt es auch zu Setzungsschäden an Gebäuden. Wenn die aktuellen Tagebaue ausgekohlt und die Pumpen zur Grundwasserabsenkung abgeschaltet sind, der Grundwasserspiegel sein altes Niveau wieder erreicht, wird es neue Schäden geben.

Betroffene Bürger und Kommunen von solchen Kulanzregelungen zu befreien, indem entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht und beschlossen werden - das wäre doch ein sinnvolles Betätigungsfeld gerade für regionale Abgeordnete der Landesparlamente. Mindestens zwei Gesetze sollten es sein. Eines für die vertrocknende Vegetation, in dem das Verursacherprinzip bindend festgeschrieben wird, und eines zur Beweislastumkehr bei Schäden an Gebäuden und anderen baulichen Anlagen.

Es ist nun schon Jahre her, da habe ich in der Stadtbibliothek mal einen Vortrag unter dem Titel "Wer anderen eine Grube gräbt" gehört. Abgeordnete des Bundestages hatten in diesem Vortrag durch den Bergbau verursachte Gebäudeschäden zum Thema gemacht. Dieser Vortrag endete damit, dass sie versicherten, sich im Parlament für eine Gesetzesänderung hin zur Beweislastumkehr starkmachen wollen. Ich habe leider nie wieder etwas davon gehört. Vielleicht meldet sich ja mal ein Abgeordneter zum Thema?

Blick nach Polen bei der Kurort-Entwicklung

Jürgen Wenske aus Görlitz schreibt zur künftigen Nutzung des Kavalierhauses in Bad Muskau:

Sehr oft halte ich mich in Niederschlesien östlich der Neiße auf. Diese Aufenthalte schließen auch den Besuch von Kurorten ein. Insbesondere Hotels mit Restaurant und einem umfangreichen stationären Angebot an natürlichen Heilmitteln und Physiotherapie tragen maßgeblich für die überwältigende Entwicklung dieser Kurorte bei. Diese Hotels werden von der polnischen Regierung mit einem Sonderprogramm unterstützt, da sie maßgeblich einen Beitrag für die Entwicklung eines Kurortes und der ihn umgebenen Region leisten. Die nachweislich grandiose Entwicklung dieser Kurorte schafft und sichert Arbeitsplätze im Umkreis von 30 Kilometern, obwohl das natürliche Umfeld landwirtschaftlich strukturiert ist. Einer Abwanderung in die Stadt wird entgegenwirkt.

Zu bemerken ist, dass nur selten einem Kurort eine solche Vielzahl an natürlichen Heilmitteln zu Verfügung steht, wie es in Bad Muskau der Fall ist: Moor, Sole stärkste Eisenvitriolquelle Mitteleuropas, Terraintherapie. Über die Möglichkeit einer Höhlentherapie bei der Erschließung der ehemaligen Alaunstollen ist nachzudenken. Welchem Kurort in Deutschland steht als Kurpark ein Unesco-Weltkulturerbe zu Verfügung? In Niederschlesien westlich der Neiße gelegen, eingebettet in die schöne Lausitz, bietet sich gleichsam das Kavalierhaus in Bad Muskau an, dieses so zu nutzen wie genannte Hotels in den Kurorten östlich der Neiße, damit diese Stadt mit etwa 4000 Seelen eine so rasante Entwicklung erfährt wie die Bäder im polnischen Niederschlesien. Über eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieser Aufgabe mit Legnica ist nachzudenken, zumal dieser Ort von der Entwicklung Bad Muskaus als renommierter Kurort partizipiert.