| 11:52 Uhr

Siemens, Bombardier
Bischof Dröge kritisiert Jobabbau in Görlitz

Bischof Markus Dröge (r.) beim Rundschau-Gespräch Mitte November in Cottbus.
Bischof Markus Dröge (r.) beim Rundschau-Gespräch Mitte November in Cottbus. FOTO: Frank Hilbert
Görlitz. Die Kritik an den geplanten Stellenstreichungen von Siemens und Bombardier in Görlitz reißt nicht ab. Nun bringt auch die Evangelische Kirche ihre Sorge zum Ausdruck.

Man appelliere an die Firmen, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und die Gewinnmaximierung nicht als das einzige Kriterium des Handelns zu sehen, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Er sprach am Sonntag in der Görlitzer Peterskirche zur Goldenen Ordination von Altbischof Klaus Wollenweber. „Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Verantwortung trägt es für das Leben einer Region“, sagte Bischof Dröge. Er versprach, dass man sich mit vereinten Kräften dafür stark machen werde, dass diese Region auch wirtschaftlich eine Zukunft habe. „Es ist gut, dass hier in Görlitz mit kirchlichen Feiern die Solidarität mit denen gezeigt wird, die um ihre Arbeitsplätze und damit um ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Familien bangen“, sagte Dröge.

Bei Gewerkschaftskongress des DGB hatte Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Samstag bereits den Beschäftigten der von Schließung bedrohten Siemens-Werke in Leipzig und Görlitz seine Unterstützung zugesagt. Siemens müsse seine Pläne überdenken und dürfe sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen, forderte der CDU-Politiker. „Das werden wir nicht durchgehen lassen.“

Mitte November hatte Siemens den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen in der Kraftwerks- und in der Antriebssparte angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Die Werke im sächsischen Görlitz und in Leipzig sollen geschlossen werden. Zuvor hatte bereist Bombardier Stellenstreichungen in Görlitz verkündet.

(dpa/bob)