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| 13:30 Uhr

Natur & Umwelt
Birkhuhn leidet unter Wandel der Muskauer Heide

 Die neueste Broschüre der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz.
Die neueste Broschüre der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz. FOTO: Brigitte Westphal
Bad Muskau. Der neueste Bericht der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz informiert über Vogelarten der Sandheiden.

Militärisch genutzte Landschaft, Bergbau und die  Folgelandschaft prägen mit ihren Offen- und Halboffenlebensräumen die Muskauer und Neustädter Heide und sind gleichzeitig Verbreitungsschwerpunkte der Vogelarten des Offenlandes auch in weiteren Tieflandregionen Deutschlands. Das belegt das jüngste Werk der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz.

Die Bestände einzelner Arten sind aber auch hier gefährdet und zum Teil ausgestorben. Deshlab ist der Erhalt der Lebensräume der Tiere wichtig. Das betont der Vorsitzende Fritz Brozio. Überlasse man die Arten allein der natürlichen Entwicklung, führe dies zu Verlusten.

Am empfindlichsten aus der Artengruppe Vögel der Sandheiden reagiert demnach das Birkhuhn auf Veränderungen im Lebensraum. Ökologischen Ansprüche jeder einzelnen Art müssten deshalb bei der Landnutzung und Entwicklung der Infrastruktur stark berücksichtigt werden. „Dies sollte in Schutzgebieten selbstverständlich sein“,  so der Experte, „und in umgebenden geeigneten Lebensräumen zur Bewirtschaftungspraxis werden, ohne zu Konflikten zwischen Lebensraumerhalt, Lebensraumentwicklung und der Landnutzung zu führen“. Kompromisse in der Bewirtschaftung der Birkhuhnlebensräume, die die Ansprüche der Arten in unzureichendem Maß berücksichtigten, scheiterten in jedem Fall. „Das haben die vergangenen Jahrzehnte deutlich gemacht“, so Brozio.

Die vorgestellten Beispiele in der Muskauer und Lüneburger Heide zeigen, dass kontinuierliche ehrenamtliche Beobachtungen und Erfassungen einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis naturräumlicher Entwicklungen für eine Region leisten können, aber auch ihre Grenzen haben. Diese ehrenamtliche Tätigkeit muss erhalten und durch professionelle Analysen für ausgewählte Arten - wie eineweitergehende Ursachenforschung für den Rückgang von Arten – unterstützt werden.

In Sachsen wird derzeit an einem Artenhilfsprogramm für das Birkhuhn gearbeitet. Die Mitglieder der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz und die Fachgruppe Ornithologie Weißwasser hoffen, dass die Forschungsergebnisse aus den Beiträgen im Artenhilfsprogramm berücksichtigt und in der Praxis auch angewendte werden.