Von Torsten Richter-Zippack

Keine 700 Sachsenhühner gibt es mehr in Deutschland. Aus diesem Grund finden sich diese Tiere auf der Liste der gefährdeten Nutztierrassen in der Kategorie „stark gefährdet“ wieder. Jetzt startet in der Oberlausitz ein Projekt, um den Bestand der Sachsenhühner zu stabilisieren. Während des Herbst-Naturmarktes am Haus der Tausend Teiche ist das Vorhaben erstmals öffentlich präsentiert worden.

„Wir wollen Züchter finden, die künftig Sachsenhühner halten wollen“, erklärt die Projektverantwortliche Eva Lehmann vom Biosphärenreservat. Interessierte Hühnerhalter müssen nicht unbedingt in den Grenzen des Schutzgebietes wohnen. Es können sich auch Tierfreunde aus allen Ortsteilen von Gemeinden, die Anteil am Reservat haben, melden (Telefon 035932 36521 oder 36529). „Wir wollen die Sachsenhühner in der Region etablieren“, bringt Eva Lehmann ihre Intention auf den Punkt. „Diese Tiere, die es in vier Farbschlägen gibt, gelten als besonders robust und legefreudig“, erklärt die Expertin. Voraussichtlich im Spätsommer 2020 können die am Projekt beteiligten Züchter ihre Jungtiere in Empfang nehmen. Ausgebrütet werden die Eier indes in einer speziellen Brüterei in Weißenberg östlich von Bautzen.

Ohnehin stehen während des Herbstnaturmarktes rund um das Haus der tausend Teiche in Wartha die alten Haustierrassen im Vordergrund. Mit von der Partie sind auch „Helga“ und „Henry“, zwei Jersey-Kühe aus der Nähe von Weißenberg. „Das sind echte Liebhaberstücke“, weiß Besitzerin Theresa Simmig. Die junge Frau berichtet, dass die Milch der Jersey-Kühe bis zu vier Prozent Eiweiß enthalte. Das sei mehr als 50 Prozent als bei anderen Milchkühen. „Wir ernähren unsere Tiere 100 Prozent regional“, sagt Theresa Simmig. Etwa drei Fünftel des Futters werde durch den heimischen Betrieb erzeugt.

Zu den insgesamt 89 Ausstellern des Warthaer Herbstmarktes gehört auch Stammgast Christel Jaschke. Die Weißwasseraner Butterfrau präsentiert, wie das aus dem Rahm von Milch hergestellte Produkt ursprünglich hergestellt wurde. „Nichts mit Maschine, alles Handarbeit“, fasst Jaschke ihre Tätigkeit zusammen. Die einstige Lehrausbilderin, die sich das Buttern selbst beigebracht hat, sagt, dass rund 35 Gramm Butter am Tag den menschlichen Körper gesund und fit halten. „Deutsche Markenbutter enthält eines der gesündesten Fette“, begründet die Weißwasseranerin.

Nach Angaben von Christina Schmidt von der Reservatsverwaltung haben insgesamt rund 4500 Menschen den Herbstnaturmarkt 2019 besucht. Die nächste Frühjahrsauflage der Veranstaltung, die erfahrungsgemäß auch zahlreiche Gäste aus der Niederlausitz anzieht, findet voraussichtlich am Sonnabend, dem 25. April 2020, statt.