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| 17:02 Uhr

Tourismus
Bilder werben für Bad Muskau

Bad Muskau. Die neue Touristinfo soll zum Hortensienfest eingeweiht werden.

„Einladung in meine Region“ lautet der Titel einer Ausstellung, die seit dem vergangenen Wochenende im Rathaus der tschechischen Stadt Doksy zu sehen ist. Eine kleine Delegation aus der Parkstadt hatte sich aufgemacht, um der Eröffnung beizuwohnen. Geschaffen haben die Bilder Hobbyfotografen aus beiden Regionen. Die Anzahl der Fotos habe es nicht einfach gemacht, eine Auswahl zu treffen, erzählt Bad Muskaus Hauptamtsleiter und Geschäftsführer der Bad Muskau-Touristik Dirk Eidtner.

Die neue Ausstellung sowie die im Dezember in Bad Muskau eröffnete erste Fotostrecke der Profis sind Teil des EU-Projektes „Von Wallenstein zu Pückler – fürstliche Qualität der Dienstleistungen für unsere Gäste“ und sollen Reiseziele der Partnerregionen gegenseitig noch bekannter machen. Deshalb ist die Parkstadt auch froh, über das Projekt einen tschechischen Werbeflyer herstellen zu können. „Die Übersetzung ist fertig. Jetzt können wir Angebote für den Druck einholen“, so Dirk Eidtner.

Er guckt dabei auch aufs Seenland. „Schließlich kommt jeder zehnte Gast aus Tschechien.“ Warum nicht die Urlauber beispielsweise vom Bärwalder See in die Parkstadt lotsen? Denn Zuwachs bei den Besucherzahlen kann die Pücklerstadt gut gebrauchen. Mit 42 591 Übernachtungen sei man zwar deutlich besser als 2015, aber schlechter als 2016. Damals gab es über 44 000 Übernachtungen laut Statistik des Landesamtes. Aber in dem Jahr gab es auch die Pückler-Schau in Bonn, relativiert Eidtner.

Die Entwicklung zeigt deutlich, dass man bei Werbemaßnahmen nicht nachlassen dürfe. Eine schwierige Geschichte, wenn’s Geld knapp ist. Deshalb setzt man Hoffnungen in ein nächstes EU-Förderprojekt gemeinsam mit Trzbiel (Triebel). Dort sind auch Gelder für Werbeaktivitäten eingeplant. Doch noch ist diesbezüglich nichts entschieden.

Sonst über die Touristische Gebietsgemeinschaft bei Messen vertreten, wird Bad Muskau gemeinsam mit der Waldeisenbahn und dem Findlingspark Nochten beim Brandenburgischen Reisemarkt am 14. April in Berlin aktiv die Werbetrommel rühren. Gleich in Gemeinschaft aktiv zu werden, zeigt auf, dass der Urlauber in der Region eine Menge erleben kann. Denn noch immer ist für Bad Muskau die Krux, dass der Urlauber im Durchschnitt nur 2,1 Tage in der Parkstadt verweilt. „Da würde uns natürlich auch sehr helfen, wenn sich das umsetzten lässt, an was der Park arbeitet“, sagt Dirk Eidtner und meint damit das Besucherzentrum für den Geopark im Kavalierhaus gleich neben dem Schloss. Nach Angaben von Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, läuft gerade eine Machbarkeitsstudie. Beim Stiftungsrat Ende April soll darüber diskutiert werden. Andere, neue Besucherströme könnten sich mit der Umsetzung so angesprochen fühlen. „Ich bin gespannt, was die Studie sagt“, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kürzlich dazu geäußert.

Die neugierigen Gäste sollen ab Spätsommer ihren Weg in die neue Touristinfo lenken. Die Idee ist jetzt, das Haus am 1. September einzuweihen. Das würde dann im Rahmen des zweiten Hortensienfestes stattfinden, das künftig jährlich im Wechsel zwischen Bad Muskau und Leknica stattfinden soll. Bis dahin ist bauseitig noch einiges zu tun.

„Als Erstes müsste mal Väterchen Frost gehen“, fordert Dirk Eidtner auf. Mit dem Beschluss vom Aufsichtsrat in dieser Woche können nun auch Leistungen wie Trockenbau, Fliesenleger- und Malerarbeiten sowie Treppenbau vergeben werden. Die Aufträge bleiben alle in der Region. Außerdem fand in dieser Woche eine abschließende Beratung mit der Denkmalbehörde zur Farbe des Putzes und der Faschen statt. Historische Befunde gab es zwar nicht, doch alles muss sich halt einpassen. In dem Fall des ehemaligen Emiriten-Hauses heißt es helles Gelb und schmutziges Weiß.

Derweil hoffen die Touristi­ker, dass der Nachschlag beim Förderprogramm gewährt wird. Rund 150 000 Euro sind beantragt. Noch in dieser Woche könnte die Entscheidung fallen. Der erneute Antrag war erforderlich geworden, weil sich der Umbau der neuen Tourist­information verteuert hat.

2017 konnten die Mitarbeiter in der Touristinformation 37 337 Gäste begrüßen. Das sind rund 4000 Besucher weniger als 2016. Besonders groß war das Interesse im Mai (6149) und im Juli (6342).