Von Regina Weiß

„Jippie!“ Mit diesem Ausruf quittiert Jörg Funda, Geschäftsführer der Erlebniswelt Krauschwitz GmbH, das Ergebnis der Einrichtung für das Jahr 2018. Mit 81 537 Gästen wurde zwar kein neuer Besucherrekord aufgestellt.

Den hatte es im Vorvorjahr mit noch nie dagewesenen 82 407 Gästen gegeben. Doch die Zahl für das vergangene Jahr fühle sich deshalb so toll an, unterstreicht der Mann, der seit über 16 Jahren die Geschicke des Betriebes leitet, weil es zwischenzeitlich ganz anders aussah. Es war so, dass die Krauschwitzer Mitte April 2018 ein Besucherplus von 1000 Gästen gegenüber dem Vorjahreszeittraum hatten. „Und dann kam der Sommer“, sagt Jörg Funda. Der Sommer, der nie enden wollte. Was den Seen und Freibädern eine Superzeit bescherte, das sorgte dafür, dass in Krauschwitz bis Mitte Oktober aus dem Plus ein Minus wurde. 2300 weniger Gäste mussten in die Statistik eingetragen werden.

Doch dann setzte das Bad zur Aufholjagd an. Vor allem die Sauna hat Gäste aus nah und fern angezogen. Die Fans dieser Einrichtung kommen längst nicht nur aus dem eigenen Ort, Weißwasser oder Bad Muskau. Görlitz sei ein starker Markt, weiß Funda. Die Gäste kommen aber auch aus Cottbus, aus Bautzen oder aus Dresden. Ist der Radius fürs Bad rund 30 Kilometer und schließt damit auch viele polnische Gäste ein, sind es bei der Sauna 60 Kilometer und mehr.

Wobei das nackige gemeinschaftliche Schwitzen die polnischen Gäste nicht so anspricht. „Die polnischen Gäste stehen auf Service, Sicherheit und Sauberkeit.“ Dies sei den Besuchern aus dem Nachbarland sehr wichtig. Und dass das in Krauschwitz geleistet werden kann, dafür steht das Team hinter Jörg Funda. 29 Frauen und Männer – nicht alle in Vollzeit – arbeiten hier. Es sei eine fantastische Truppe lobt der Chef. Schon fast wie eine Familie. Damit sich alle wohl fühlen, das Klima stimmt, sei man als Arbeitgeber auch entsprechend gefordert. Nur so lassen sich gemeinsam die vielfältigen Aufgaben, die für den reibungslosen Ablauf in einer solchen Freitzeiteinrichtung notwendig sind, erfüllen.

Natürlich braucht es auch die entsprechende Hardware. Das bedeutet regelmäßige Wartung „hinter den Kulissen“ beziehungsweise neue Investitionen. Dies betrifft aktuell ein neues Kassensystem. Jörg Funda ist froh, dass diese  fünfstellige Investition zu 80 Prozent gefördert wird. „Die restlichen 20 Prozent trägt die GmbH.“ Soll heißen, nicht die Mutter – also die Gemeinde Krausch­witz – muss zahlen. Das bisherige System ist in die Jahre gekommen und das neue kann mehr als das alte. „Da kann mancher Prozess automatisiert werden“, weiß Jörg Funda. Anfang des zweiten Quartals soll es installiert sein. Neu wird dann beispielsweise sein, dass man sozusagen sein Guthaben mit an der Hand trägt.

Eine weitere Investition, die in diesem Jahr in Angriff genommen wird, betrifft die Sauna. Auf dem Platz, wo die Badeplattform derzeit noch steht, soll ein neues Saunaruhehaus gebaut werden. „Natürlich wird der Neubau auch wieder in Schrotholzbauweise errichtet.“ Der Aufsichtsrat hat dafür bereits grünes Licht gegeben. Was folgen muss, ist noch ein Ratsbeschluss in Krausch­witz. Doch das neue Gebäude werde im Saunabereich im wahren Wortsinn für mehr Entspannung sorgen. War doch die Sauna seit Oktober bis zum Jahresende besonders gefragt. „Jedes Wochenende war ausverkauft.“ Dass um 11 Uhr schon keine Schränke mehr zu haben waren, kann zum einen freuen, zum anderen auch für Knirschgeräusche sorgen. Extra nach Krauschwitz gefahren und dann kein Saunaplatz mehr frei ... Doch mehr als 90 Gäste gehen eben gleichzeitig nicht in den Saunabereich rein. Die Zahl unter den jetzigen Gegebenheiten zu erhöhen, „würde das Erlebnis für alle kaputt machen“. Deshalb das neue Ruhehaus. Es bietet mehr Platz, um nach dem  Frucht- oder Salzaufguss relaxen zu können. Wenn es nach dem Team der Erlebniswelt gehen würde, dann würde diese so schnell wie möglich anfangen zu bauen. Doch realistisch gesehen, wird der Baustart wohl eher Ende des dritten Quartals erfolgen können. Finanziert wird dieses Vorhaben ebenfalls von der GmbH selbst.

 In der jüngsten Ratssitzung in Krauschwitz ist der Auszahlungsplan für 2019 beschlossen worden. Demnach erhält die Erlebniswelt 300 000 Euro von der Kommune. Die Raten bis auf den November stehen fest. Die im Dezember soll erst nach dem steuerlichen Jahresabschluss gezahlt werden. Im Gegenzug bekommt die Gemeinde 272 000 Euro an Pacht für das Jahr gezahlt.