Der Asylbewerber sah sich in Weißwasser mit einer ganzen Reihe von Anklagepunkten konfrontiert. Im Oktober 2014 soll es eine schwere Auseinandersetzung mit einem Wachmann in der Asylunterkunft in Niesky gegeben haben. Dabei soll der Angeklagte dem Wachmann mit einer Bratpfanne und einem Messer angegriffen haben. Der Wachmann wiederum setzte Pfefferspray ein. Allerdings, so gab ein Polizist im Zeugenstand bekannt, soll der Angeklagte anschließend dem Wachmann noch mit Pflastersteinen beworfen haben.

Zwei Wochen später, so die Anklage, soll der Libyer, nachdem er von der Polizei wegen Randalen in der Unterkunft und Trunkenheit aufs Revier gebracht worden war, in Niesky weiter randaliert haben. Die Polizei hatte den Mann wieder freigelassen haben. Im Anschluss soll der Asylbewerber mehrere Schaufensterscheiben demoliert und eine Radlerin vom Fahrrad gestoßen haben. Allerdings haben mehrere Zeugen den Täter nicht eindeutig beschreiben können.

Das Gericht geht dennoch davon aus, dass der Libyer der Täter gewesen ist. Dieser hatte sich nach den Vorfällen nach Belgien abgesetzt - und war bis April diesen Jahres per Haftbefehl gesucht worden. Bis zur Verhandlung in Weißwasser befand er sich in Untersuchungshaft.

Als Bewährungsauflage muss sich der Mann nun bei der Ausländerbehörde melden. Diese entscheidet dann, wo er künftig untergebracht wird. Gleichzeitig soll der 38-Jährige 3000 Euro Schmerzensgeld an den Wachmann zahlen. Darüber hinaus trägt er als Verurteilter die Kosten des Verfahrens.