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Bevorzugt Landkreis den Trixipark?

Zur Erlebniswelt Krauschwitz gehört neben Bad und Saunadorf auch der Wellnessbreich. Hier arbeitet Jeannette Heinrich.
Zur Erlebniswelt Krauschwitz gehört neben Bad und Saunadorf auch der Wellnessbreich. Hier arbeitet Jeannette Heinrich. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Krauschwitz. Krauschwitz kritisiert die fehlende Gleichbehandlung bei der finanziellen Unterstützung des Landkreises Görlitz für die Erlebniswelt Krauschwitz und den Trixi Ferienpark Zittauer Gebirge. Die Einrichtung im Süden werde jährlich mit 150 000 Euro bezuschusst. Die Erlebniswelt nur mit einem Drittel dessen. Gabi Nitsche

Seit über 15 Jahren spielt das Thema Betreiberzuschuss für die Erlebniswelt Krausch witz nun schon eine Rolle und erhitzt immer wieder aufs Neue die Gemüter. Damals war es noch der Niederschlesische Oberlausitzkreis, der sich nicht in der Lage sah, den Krauschwitzern finanziell bei der Betreibung der Erlebniswelt unter die Arme zu greifen. Doch Landrat Bernd Lange (CDU) sah in einem Bäderverbund mit Weißwasser eine Lösung. Dazu kam es nie.

Stattdessen keimte mit der Kreisreform neue Hoffnung. Denn der neue Landkreis Görlitz übernahm die Verpflichtungen des Altkreises Zittau gegenüber des Trixi Ferienparkes. In diesem ist der Kreis nicht nur Gesellschafter, sondern bürgt für diesen mit einer hohen Summe. Jährlich fließt ein beträchtlicher Zuschuss. Allein seit 2009 ist dieser für 15 Jahre mit der Summe von jährlich 150 000 Euro festgeschrieben, sagt Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) in Krauschwitz. Die Kommune war bis zu diesem Zeitpunkt immer leer ausgegangen, forderte Gleichbehandlung und wurde nun für ihre Hartnäckigkeit zum ersten Mal belohnt. Der Kreistag stimmte zu, Krauschwitz erhielt ab 2009 bis 2013 jeweils 100 000 Euro. Dann wurde die Summe halbiert, und das bis 2017.

Mönch beantragt für die Zukunft jährlich 75 000 Euro, sagte er am Dienstagabend während der Ratssitzung. Als Kreisrat schätzt er ein, dass Krauschwitz bis dato keine ausreichende Lobby in diesem Gremium für die touristisch gefragte Einrichtung hat und würde an der Ungleichbehandlung gern etwas ändern. Jörg Funda, Geschäftsführer der Erlebniswelt, würde das gut finden, wenn die Kommune als alleiniger Gesellschafter stärker vom Landkreis unterstützt würde. Doch ihm fehle der Glaube daran. Das liege auch an einem Schlüsselerlebnis, so Funda, gestern Vormittag. Als Bürgermeister Rüdiger Mönch bei der Beratung des Sächsischen Städte- und Gemeindetages Jörg Funda seinem Löbauer Amtskollegen vorstellte, habe dieser entgegnet, von ihnen bekäme Krauschwitz sowieso nichts. Diese Bemerkung, einfach so und ohne konkreten Anlass, gab Funda arg zu denken. "So wird das mit dem Landkreis, mit Nord und Süd, nie klappen."

Zum Thema:
Die Erlebniswelt Krausch witz GmbH hat trotz sinkender Bevölkerungs- steigende Besucherzahlen. 2016 kann die 80 000er-Marke geknackt werden. Schon jetzt sei ein Plus von rund 3600 gegenüber 2015 zu verzeichnen. 2008 wies die Statistik für Bad, Saunadorf und Wellnesbereich rund 68 000 Gäste aus. Der Eigenanteil der Gemeinde für die Investionen Blockheizkraftwerk, energetische Sanierung und Gradierwerk betrug knapp 300 000 Euro.

In diesem Schrotholzhäuser-Dorf hat die Sauna der Erlebniswelt Krausch witz ihr Domizil.
In diesem Schrotholzhäuser-Dorf hat die Sauna der Erlebniswelt Krausch witz ihr Domizil. FOTO: Erlebniswelt