Nicht nur aber auch für Weißwasser ist die Fortschreibung des Regionalplans für die Oberlausitz wichtig. Gerade aufgrund des Strukturwandels müssen neue Industrieflächen in und um Weißwasser erschlossen werden, wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) sowie mehrere Vertreter des Stadtrates seit einigen Monaten betonen.

Im Detail geht es um die Erweiterung des Industriegebietes in Weißwasser an der Süßmuthlinie. Geplant ist, dass im Industriegebiet Ost ein großer Teil des zu Sachsensforst gehörenden Waldgebietes zur Industriefläche wird. „Im Rahmen der Umverlegung der Bahnlinie zwischen Weißwasser und Rietschen könnten wir uns gut vorstellen, einen Gleisanschluss für das Areal zu errichten“, erklärt Torsten Pötzsch während der Januarsitzung des Stadtrates. Damit nämlich hätten mögliche Investoren bessere Infrastrukturvoraussetzungen – etwa den Gütertransport auch über die Schiene zu realisieren.

Allerdings ist zu dem Vorhaben die Festschreibung im Regionalplan wichtig. Verantwortlich für diesen Plan ist der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien (RPV). Der hatte bereits mit der zweiten Gesamtfortschreibung des Planes begonnen. Natürlich haben dabei auch Bürger und Träger öffentlicher Belange wie etwa Umwelt-, Wasser- oder Gesundheitsbehörden ein Mitspracherecht.

Die Coronavirus-bedingten Einschränkungen erschweren es allerdings den Bürgern, sich in den Beteiligungsverfahren zu den Entwürfen der Fortschreibungen des Regionalplans und der Sanierungsrahmenpläne zu äußern. „Dies hat den Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien dazu veranlasst, die Beteiligungsverfahren ab dem 23. April auszusetzen, bis die Zugänglichkeit der Auslegungsräume in den Landratsämtern Bautzen und Görlitz, in der Landesdirektion Sachsen (Dienststelle Dresden) und in der Verbandsverwaltung des Regionalen Planungsverbandes wieder vollständig gewährleistet werden kann“, erklärt Tino Fröde vom RPV. Über den Neubeginn wolle man zu gegebener Zeit informieren.

Stellungnahmen, die bereits eingegangen sind, werden weiter im Verfahren berücksichtigt und müssen nicht wiederholt werden. Alle Unterlagen bleiben auch weiterhin im Beteiligungsportal des Freistaats Sachsen. Diese sind im Internet abrufbar unter www.buergerbeteiligung.sachsen.de sowie auf der Homepage des Regionalen Planungsverbandes www.rpv-oberlausitzniederschlesien.de.