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| 18:38 Uhr

Tourismus
Unvernunft kennt keine Grenzen

Die Sanierung des Rakotz-Ensembles steht bevor. Ein hoher Bauzaun wird aufgestellt, um den Zugang zu versperren für unvernünftige Besucher. Foto: ni
Die Sanierung des Rakotz-Ensembles steht bevor. Ein hoher Bauzaun wird aufgestellt, um den Zugang zu versperren für unvernünftige Besucher. Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche
Kromlau. Der Gablenzer Bürgermeister kritisiert Besucher, die auf die Rakotzbrücke klettern. Von Gabi Nitsche

„Wir werden zurzeit regelrecht in Kromlau überrollt. Das hatten wir so auch noch nicht“, schätzt Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) ein. Am vergangenen Wochenende sei die Hölle losgewesen, umschrieb er den Andrang an Touristen. Und dann sei auch noch der Parkautomat ausgefallen, wo schon unzählige Fahrzeuge nur darauf warteten, endlich ein Plätzchen zu finden für ihren fahrbaren Untersatz. „Danke an Johannes Rakel und Peter Weszkalnys, die einsprangen und die Parkgebühren kassierten“, so Noack, der selbst mehrere Stunden im Einsatz war. Er sprach von mindestens 4000 Besuchern. Die einen auf den Platz zu lassen, die anderen runter – das habe zu manchen Problemen geführt. Hinzu kam, dass es ja keine wirkliche Park­ordnung gibt, manche eben einfach irgendwo ihr Auto abstellten. „Ab morgen sperren wir die Parkplatzbereiche wie sonst nur zum Park- und Blütenfest ab“, kündigte Noack Montagabend während der Ratssitzung an. Klar ist, dass es dringend für die Zufahrt Einweiser braucht. Eine ganz wichtige Sache, so der Gemeindechef, ist: „Wir brauchen einen zweiten Parkautomaten für den Notfall. Denn als unser ausfiel –, und das nicht, weil einer den Euro falsch reingesteckt hatte – ließ sich der Defekt nicht gleich beheben.“ Man habe überall herumtelefoniert, aber ohne Erfolg. Der heißgelaufene Automat konnte dann erst im Laufe des Montags repariert werden.

Doch etwas regt Noack noch viel mehr auf. Das ist die Unvernunft vieler Besucher. „Da sträuben sich einem die Nackenhaare. Die begehen die Denkmäler, bringen sogar schon Schlösser an“, schilderte der Bürgermeister. Vor allem Jüngere würden sich nicht um Verbote scheren und wider jeglicher Gefahren für sich und das historische Bauwerk auf die Rakotzbrücke klettern. „Wir müssen dringend den Zaun aufstellen.“ Nach dem offiziellen Spatenstich beginnt Pfingsten die umfangreiche Sanierung des Rakotz-Ensembles.

Am Wochenende herrschte gewaltiger Andrang in Kromlau. Blühende Rhododendren und Azaleen sowie das Rakotz-Ensemble wirken wie Magnete.
Am Wochenende herrschte gewaltiger Andrang in Kromlau. Blühende Rhododendren und Azaleen sowie das Rakotz-Ensemble wirken wie Magnete. FOTO: Dietmar Noack