Die Entscheidung fiel hinter verschlossenen Türen. Einzig noch strittiger Punkt waren die Namensrechte. Dabei verständigten sich die Stadtverordneten auf einen Kompromiss.

Die Konditionen: Für Stadion und Grundstück mit einer Gesamtfläche von rund 44 000 Quadratmeter zahlt der FC Energie 1,95 Millionen Euro an die Stadt. Basis für den Kaufpreis ist laut Stadtverwaltung ein Verkehrswertgutachten.

Die Verpflichtungen: Alle Miet-, Pacht- und sonstigen Nutzungsverhältnisse werden durch den Käufer übernommen. Für den Kinder- und Jugendsport auf dem Gelände des FC Energie zahlt die Stadt bis Ende 2013 pauschal 50 000 Euro im Jahr. Danach kann die Pacht angepasst werden. Gebäude und Anlagen im Stadion können auch künftig für den Schul- und Vereinssport im bisherigen Umfang genutzt werden. Darauf hatte das Bildungsministerium gedrängt.

Die Namensrechte: Wie das Stadion der Freundschaft künftig heißt, entscheidet allein der FC Energie. Ein Streitpunkt bis zum Schluss war die Frage der Vermarktung dieser Namensrechte. Ursprünglich wollte die Stadt in den ersten fünf Jahren 50 Prozent der Einnahmen. Das war dem FC Energie zu viel. Der Kompromiss: Die Stadt wird, abhängig von der Spielklasse, in der der FCE agiert, an dem Erlös der Namensrechte beteiligt. So gibt es für die zweite Liga in den ersten drei Jahren 25 Prozent der Einnahmen, in den Jahren vier und fünf 20 Prozent. In der ersten Liga würden die Anteile bei 50 beziehungsweise 40 Prozent liegen. "Das Namensrecht ist Vermögen", hatte Finanzbürgermeister Holger Kelch (CDU) im Vorfeld erklärt. Wegen des defizitären Haushalts stünde die Stadt unter besonderer Beobachtung der Kommunalaufsicht. Und diese verlange von der Stadt, bei derartigen Geschäften die bestmöglichen Einnahmen zu erzielen. Von "weit auseinanderklaffenden Meinungen" zu dieser Frage hatte noch vor zwei Wochen Energie-Präsident Ulrich Lepsch gesprochen. "Nach einem Kauf des Stadions würde es dem FCE gehören. Wenn wir dann noch etwas abgeben sollen, muss sich das vorher aber auch im Preis widerspiegeln", erklärte er.

Die Preisdebatte: Während in der Stadt viele Bürger die rund zwei Millionen Euro als zu gering ansehen, gibt es beim FCE dazu eine andere Meinung: "Im Verein sagen wir uns angesichts der unübersehbaren Defizite: Eigentlich müsste der Kaufpreis bei einem symbolischen Euro und fünf Millionen Euro Zugabe von der Stadt liegen", so Ulrich Lepsch. Der Präsident verweist darauf, dass Energie Nord- und Südtribüne selbst errichtet habe und "weitere enorme Investitionen" nötig seien.

Die Investitionen: Im Zeitraum von 1995 bis 2010 hat die öffentliche Hand laut Stadtverwaltung rund 17,6 Millionen Euro in das Stadion der Freundschaft und die Infrastruktur investiert. Der FC Energie hat in dieser Zeit rund 10,5 Millionen Euro beigesteuert.