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Bereitschaftspraxis nimmt in Niesky den Betrieb auf

Niesky. Patienten mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Beschwerden in Niesky und Umgebung steht ab sofort ein neues Hilfsangebot zur Verfügung. Seit Sonnabend ist am Emmaus-Krankenhaus eine Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen in Betrieb. Uwe Menschner / ume1 ume1

Plötzlich auftretendes hohes Fieber, Hustenattacken, starke Schmerzen: Für Patienten, die mit solchen und ähnlichen Symptomen konfrontiert sind, steht an Wochenenden und Feiertagen normalerweise der ärztliche Bereitschaftsdienst zur Verfügung. In diesen teilen sich die ansässigen Arztpraxen nach einem festgelegten Plan. Doch allzu oft suchen die Betroffenen die Notaufnahmen der nächstgelegenen Krankenhäuser auf, die eigentlich für lebensbedrohliche Erkrankungen - also eben für Notfälle - zuständig sind. Infolgedessen kommt es zur Überlastung der hier arbeitenden Ärzte und zur Gefahr, dass wirklich dringende Fälle länger warten müssen als unbedingt nötig.

Um hier Abhilfe zu schaffen, probiert die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) in Niesky einen neuen Weg aus: "Mit der Einrichtung der Bereitschaftspraxis im Krankenhaus Emmaus Niesky gibt es nun eine zentrale Anlaufstelle für Patienten. Damit wird eine bedarfsgerechte Behandlung sichergestellt, die unnötige stationäre Einweisungen vermeidet. Dies führt wiederum zu einer Entlastung der Notaufnahme des Krankenhauses", so Dr. Klaus Heckmann, Vorstandsvorsitzender der KVS.

Damit folge die Vereinigung dem Auftrag des Gesetzgebers "zur Kooperation und organisatorischen Verknüpfung mit zugelassenen Krankenhäusern." Die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus entlaste ebenso auch die niedergelassenen Ärzte, so Klaus Heckmann. Der Bereitschaftsdienst in wechselnden Arztpraxen entfällt im Gegenzug.

Die Bereitschaftspraxis Niesky ist ein gemeinschaftliches Projekt der KVS, der Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt Dresden als Träger des Emmaus sowie der Krankenkassen in Sachsen und soll einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Krankenhauses zum "Lokalen Gesundheitszentrum Niesky" leisten. "Der demografische Wandel verändert die Ansprüche an die medizinische Betreuung. Deshalb brauchen wir kluge Ideen und Modelle, die eine Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung ermöglichen", so die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Und der Verwaltungsdirektor der Diakonissenanstalt, Dr. Matthias Schröter, sieht in dem Projekt "einen Ansatz, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern."

Die Nieskyer Bereitschaftspraxis ist die erste an einem ostsächsischen Krankenhaus. Am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum gibt es eine solche bereits seit dem Jahr 2012.

Zum Thema:
Geöffnet ist die Bereitschaftspraxis, die sich direkt auf dem Krankenhausgelände befindet, an Samstagen und Brückentagen von 8 bis 13 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 11 Uhr. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. ume1