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| 15:45 Uhr

Weißwasser
Beratungsangebot startet in Weißwasser

Elke Träger und Michael Hannich vor dem Rathaus von Weißwasser. Dort wird das neue Beratungsangebot am 21. August starten.
Elke Träger und Michael Hannich vor dem Rathaus von Weißwasser. Dort wird das neue Beratungsangebot am 21. August starten. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung – wer kann sich unter diesem Wortungetüm etwas vorstellen? Doch die Formulierung soll keineswegs abschrecken, sondern im Landkreis Görlitz dafür sorgen, dass Informationen an die richtige Stelle kommen, damit Menschen geholfen werden kann. Von Regina Weiß

Dabei geht es um Frauen, Männer und Kinder, die behindert sind oder von Behinderung bedroht sind sowie deren Angehörige. Das hat sich der Verein Görlitz für Familie auf die Fahne geschrieben und sich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales für besagte Beratung beworben. War der Plan erst, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen. War schnell klar, damit dürfte das Konzept nicht aufgehen. Nun sind daraus vier Anlaufstellen in Görlitz, Zittau, Niesky und Weißwasser erwachsen. Die in Weißwasser soll am 21. August ihre Arbeit beginnen. Zu finden ist sie dann im Zimmer 322 im Rathaus am Markt.

Dort wird Elke Träger aus Hainewalde sitzen. Seit 2014 ist sie versiert, was die Arbeit mit ratsuchenden Menschen angeht. Sie hat beim Sozialverband VdK gearbeitet. Außerdem ist sie selbst Betroffene. Weiß also, wie schwierig es manchmal ist, an die entsprechenden Quellen für handfeste Informationen zu gelangen.  Das fängt beim Kindergarten mit Integrationsplatz an, geht weiter über die Schulbegleitung, die Ausbildung, den Arbeitsplatz, Rehabilitation, Erwerbsunfähigenrente oder Pflege. Zwar gibt es deutschlandweit rund 26 000 Beratungsstellen, aber die seien interessengeleitet, erklärt Vereinsvorstand und CDU-Kreisrat Michael Hannich. „Wichtig ist für mich, dass auf Augenhöhe beraten werden soll“, erklärt Elke Träger. Das sei umso wichtiger, weil Menschen schon Hemmschwellen haben, ihre Probleme oder Sorgen auf den Tisch zu packen. 

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) freut sich, über das neue Angebot in der Stadt. Es soll keine Konkurrenz sein, sondern Bereicherung oder Entlastung, wie zum Beispiel für die ehrenamtlich tätige Behindertenbeauftragte. Die Beratungsstelle im Rathaus hat Dienstag von 14 bis 17 Uhr sowie am Donnerstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Elke Träger ist per Mail unter elke.traeger@teilhabe-lkgr.de per E-Mail zu erreichen. Die Telefonnummer wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Eine Terminabsprache ist allerdings nicht notwendig.

2015 gab es im Landkreis Görlitz 29 577 schwerbehinderte Menschen. Das sind elf Prozent der Gesamtbevölkerung hatte Elvira Mirle,  Behindertenbeauftragte des Landkreises, jüngst vor dem Kreistag berichtet. Damit liegt der Kreis über dem Landesdurchschnitt von 9,58 Prozent.