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| 02:48 Uhr

Beim Ehebruch ertappt

Eine Gruppe aufgebrachter Männer führte eine Frau zu Jesus. Sie war auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt worden. Darauf stand die Todesstrafe. Die Hüter der Moral zerrten sie durch die Menge und stellten sie direkt vor Jesus.

Die Ankläger nannten das Vergehen und forderten ihn auf, sich dazu zu äußern. Zunächst schwieg er und schrieb lediglich mit einem Finger einige Worte in den Sand. Aber damit gaben sie sich nicht zufrieden. Sie bedrängten ihn, ein Urteil zu sprechen. Jesus schaute in die Runde und sagte: " Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen!" Danach schrieb er weiter. Unerwartetes folgte. Ein Ankläger nach dem anderen verließ die Runde. Übrig blieb nur die Frau. Was die Männer zum Gehen veranlasste, wird nicht berichtet. Dachten sie plötzlich an die eigene Schuld?

Ehebruch war damals kein Kavaliersdelikt, vor allen Dingen nicht, wenn ihn Frauen begingen. Inzwischen ist Ehebruch schon lange gesellschaftsfähig. Niemand muss sich mehr vor Gericht verantworten, wenn er einem anderen die Frau ausgespannt hat. Jesus definierte Ehebruch noch enger, um die Ehe davor zu schützen: "Wer eine Frau auch nur mit einem Blick voller Begierde ansieht, hat im Herzen schon die Ehe gebrochen." Welcher Mann kann danach von sich behaupten, noch nie die Ehe gebrochen zu haben?

Zurzeit geht zu Recht ein Aufschrei durch das Land. Die Taten von Köln sind durch nichts zu rechtfertigen. Dennoch ist Besonnenheit gefragt. Vielleicht hilft dabei Jesus' Einwurf: "Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen."

*Pastor im Ruhestand, Adventgemeinde Weißwasser