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| 19:34 Uhr

Investition in Görlitz
Kreis-Campus wird zur Geldfrage

 Blick auf den Erweiterungsbau des Landratsamtes. Noch ist es nur im Modell zu sehen.
Blick auf den Erweiterungsbau des Landratsamtes. Noch ist es nur im Modell zu sehen. FOTO: Regina Weiß
Görlitz. Die Erweiterung der Kreisverwaltung in Görlitz soll den Landkreis maximal zehn Millionen Euro kosten. Das sind aber nur die Eigenmittel. Von Regina Weiß

„Der Kreis muss funktionieren für die Zukunft.“ Dafür gehört laut Landrat Bernd Lange (CDU) auch eine funktionierende Kreisverwaltung dazu. Die Software – also das Personal – ist die eine Seite der Medaille. Die Hardware die andere, nämlich modern eingerichtet, gut erreichbare Verwaltungsräume. Deshalb sind vor reichlich zwei Jahren die Pläne vorgestellt worden, den Verwaltungssitz in Görlitz zum Landkreis-Campus auszubauen. Mit Um- und Neubauten soll sich die Kreisverwaltung entlang der Berliner und der Salomonstraße erweitern, um sich an anderen Stellen zurückziehen zu können. Die Rede ist von zwei Standorten in Görlitz und einem in Löbau, die man dafür aufgeben will. Der Grundsatzbeschluss dazu ist auch bei einiger Kritik im Kreistag im März 2017 gefasst worden. Im Mai wird sich der Kreistag nun wieder mit dem Thema befassen müssen. Dann wird es um den Baubeschluss gehen und die Eigenmittel, die der Landkreis in seinem neuen Campus investieren will. Maximal zehn Millionen Euro sollen es sein. Das haben Landrat Bernd Lange (CDU) und Finanzbeigeordneter Thomas Gampe am Montag bekannt gegeben. Weitere Zahlen, gerade was die Gesamtkosten betrifft, wollten sie allerdings auch auf Nachfrage nicht sagen. Fakt ist eins: Als die erste Idee vorgestellt wurde, war von knapp 24 Millionen Euro Gesamtsumme die Rede. Im Doppelhaushalt 2019/2020 sind für das Vorhaben bereits 25,9 Millionen Euro veranschlagt. Und die Baukosten steigen...

Die zehn Millionen Euro Eigenmittel kommen nicht von ungefähr. Denn der Landkreis muss nicht nur an zwei Standorten Miete für seine Büros zahlen, er müsste auch investieren. 3,8 Millionen Euro würde deren Sanierung kosten, erklärt Thomas Gampe. Zu den vorhandenen 380 Mitarbeiter vis a vis vom Bahnhof würden 350 dazu kommen. Die Verwaltung soll so effektiver werden. Außerdem war der Standort Löbau, wo seit der Verwaltungsreform Vermessungs- und Umweltamt sitzen, nicht auf Dauer dort geplant.

Für den Bau des Campus hat der Kreis bereits mehrere Häuser erworben. Die reichen von der Salomonstraße 10 bis 14 und von der Berliner Straße 39 bis 42. So manches Hinterhaus beziehungsweise Nebengebäude muss weichen, soll der Neubau im Innenhof kommen. Über Brücken würde der an allen drei Seiten an den Bestand angedockt. Im Innenhof nur eine Etage tiefer soll es neben den Plätzen für die Verwaltung 120 öffentliche Tiefgaragenstellplätze geben. „Die Bewirtschaftung muss natürlich kostendeckend sein“, erklärt Gampe. Ebenfalls geplant ist ein großer Saal über zwei Etagen und Empore, wo künftig einmal der Kreistag tagen könnte. Er soll im Gebäude Berliner Straße 42 entstehen. Denn von dem Gebäude kann man nur die Kubatur aufnehmen. In der vorhanden Bausubstanz hat sich nämlich der Bauschwamm eingenistet. Möglich wäre eine Nutzung des Landkreis-Campus ab 2023. Baubeginn soll 2020 sein, wenn der Kreistag grünes Licht gibt. Ein Abriss wäre schon in diesem Jahr denkbar. Doch vorher hat der Kreistag das Sagen. Bis zur Sitzung sollen die Kosten und die Finanzierung geklärt werden. Mehrere Förderprogramme waren bereits 2017 in Rede.

Und wenn der Kreistag nein sagt? Dann ist die Frage, ob die Erweiterung des Amtes auch ohne Neubau im Innenhof funktionieren kann.