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| 15:10 Uhr

Wildpark Hanstedt: „Die Kleine ist ziemlich munter.“
Bautzener Wolfswelpe hat neues Zuhause in Lüneburger Heide

 Die kleine Wölfin, die Pfingsten in der Nähe von Bautzen gefunden worden war, nach ihrer Ankunft im Wildpark in der  Lüneburger Heide.
Die kleine Wölfin, die Pfingsten in der Nähe von Bautzen gefunden worden war, nach ihrer Ankunft im Wildpark in der Lüneburger Heide. FOTO: Tanja Askani
Bautzen/Hanstedt. Der zu Pfingsten in einem Waldgebiet bei Bautzen gefundene Wolfswelpe hat ein neues Zuhause in einem Tierpark in der Lünebürger Heide gefunden. Er zeigt sich schon kurz nach dem Umzug putzmunter. Ohne Anschluss an ein Rudel hätte die kleine Wölfin nicht überlebt. Von Verena Ufer

Der Welpe, der am Pfingstmontag von Spaziergängern in der Nähe von Bautzen gefunden worden war, kann nicht in die Natur entlassen werden. Das teilte das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Mittwoch mit. Es habe keine Möglichkeit gegeben, den kleinen Vierbeiner wieder zu seinem Rudel zurückzuführen. Und ohne „Familie“ kann ein so junges Tier nicht in freier Wildbahn überleben.

Der Welpe war am Pfingstmontag auf einem Waldweg zwischen Dresden und Bautzen von Spaziergängern gefunden worden. Er zeigte keine Scheu und näherte sich winselnd den Menschen. Mitarbeiter des sächsischen Wolfsmanagements nahmen sich des drei bis vier Wochen alten Winzlings an und übergaben ihn einer Auffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz.

Intensives Wolfsmonitoring rund um den Fundort

Nach fast vierwöchigem Aufenthalt in der Station sei ein neues, dauerhaftes Zuhause für das geschützte Tier im Wildpark Lüneburger Heide Tietz KG in Niedersachsen gefunden werden, heißt es in der Mitteilung des sächsischen Landesamtes. Die kleine Wölfin habe sich dort inzwischen schon gut eingelebt.

„Sie ist in richtig guter Verfassung, ist mobil und frisst gut“, bestätigte der Geschäftsführer des Wildparks im Landkreis Harburg, Norbert Tietz im Telefonat mit der RUNDSCHAU. Einen Namen hat die kleine Wölfin noch nicht, dafür aber schon richtig liebe Freunde, die Portugiesischen Wasserhunde ihrer Tierpflegerin.

Laut sächsischem Ministerium war nach dem Fund das Monitoring rund um den Fundort intensiviert worden, um etwas über die Herkunft des Wölfchens zu erfahren. Allerdings hätten die Erkundungen keine ausreichenden Anhaltspunkte für das Rückzugsgebiet der Eltern oder weiterer Geschwister der Wölfin ergeben.

Wildpark in Niedersachsen mit Aufzuchterfahrungen

Das sächsische Wolfsmanagement sieht laut LfULG eine dauerhafte Unterbringung von Wölfen in einem Gehege nur für Welpen vor, die jünger als drei Monate alt sind. Die Suche nach einer geeigneten zoologischen Einrichtung führte zum Wildpark in der Lüneburger Heide. Der Wildpark hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land Niedersachsen. Diese sieht die Aufnahme von Wölfen vor, die nicht mehr in die freie Natur entlassen werden können.

„Wir haben auch schon Erfahrung bei der Handaufzucht junger Wölfe“, bestätigt Naturpark-Geschäftsführer Tietz. Der Tierpark in Nindorf Hanstedt beherberge drei Wolfsarten, fügt er hinzu: Polar-, Timber- und Europäische Wölfe wie den kleinen Ankömmling aus der Lausitz. Mehrfach schon sei es gelungen, Jungtiere im Alter von drei, vier Monaten – noch in der Zeit des Welpenschutzes – in Rudel zu integrieren. Jetzt müsse man schauen, wie sich die für ihr Alter ein wenig kleine Wölfin entwickle.

Genetische Herkunft des Welpen erforscht

In Sachsen hat man unterdessen in den vergangenen drei Wochen die genetische Herkunft des Tieres erforscht. Wie das Landesamt informierte, ergab die genetische Untersuchung, dass der Welpe einer Fähe zugeordnet werden kann, die im Monitoringjahr 2018/19 im Bereich der Massenei, ein etwa 1500 Hektar großes Waldgebiet östlich von Dresden, nachgewiesen wurde. Als Vater komme ein Rüde in Frage, der im Oktober 2018 im Bereich Stolpen/Hohnstein genetisch nachgewiesen wurde.

Die Fachstelle Wolf arbeite derzeit an einer Untersuchung zur Lage der Wolfsterritorien in Sachsen, über die noch in diesem Sommer informiert werden soll. Dazu würden genetische Daten aus dem Monitoringjahr 2018/19 und aus dem aktuellen Monitoring ausgewertet.

Mehr Informationen zum Thema Wolf in Sachsen http://www.wolf.sachsen.de