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| 21:22 Uhr

Aktiv im Naturschutz
Die Daubitzer Heimatfreunde schützen die alte Flatterulme

 Erich Schulze vor der mächtigen Ulme auf dem Berndtschen Gut, das sich östlich der Daubitzer Ortsmitte befindet.
Erich Schulze vor der mächtigen Ulme auf dem Berndtschen Gut, das sich östlich der Daubitzer Ortsmitte befindet. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Rietschen/Daubitz. Die Flatterulme ist der Baum des Jahres 2019. Eine der ältesten steht in Daubitz. Nach Angaben von Erich Schulze, dem Vorsitzenden des örtlichen Heimatvereins, ist die Flatterulme, die auf Berndts Gut, einem historischen Bauernanwesen, wächst, zwischen 350 und 450 Jahren alt. Von Torsten Richter-Zippack

„Bereits im Mai 2016 hat der Muskauer-Park-Experte Holger Daetz das Gehölz untersucht“, berichtet Schulze. Der Fachmann bescheinigte dem Baum, der auch als Hufeisen-Ulme bekannt ist, einen ordentlichen Zustand. Hufeisen-Ulme deswegen, weil möglicherweise in früheren Jahrhunderten Pferdehufe unter dem Baum beschlagen worden sind, vermutet Erich Schule.

Heute ist die Daubitzer Flatterulme innen hohl. Dort befinden sich wellige, bisweilen auch spitz zulaufende knotenförmige Wuchsformen, die Wurzeln ähneln.

Bereits im Herbst 2016 ist das Totholz beseitigt worden. Im Juni 2017 wurde durch den Heimatverein ein Findling am Baumfuß gesetzt. Wenig später wurde eine Sitzbank aufgestellt. Jetzt spannt sich ein rot-weißes Absperrband über Berndts Gut. „Wir wollen verhindern, dass die Autos dem Baum zu nahe kommen“, begründet Erich Schulze.

Ein weiterer, besonders auffälliger Baum befindet sich in Groß Düben. Der etwa 180 Jahre alte Baum besitzt einen Stammumfang von 4,30 Metern und eine Höhe von 25 Metern, bestätigt das Umweltamt des Landkreises Görlitz. Bereits seit dem Jahr 1936 gilt die Groß Dübener Flatterulme ­als Naturdenkmal. Weitere markante Bäume dieser Art sind unter anderem in Klitten sowie in Löbau zu finden. Die Gehölze gelten als typisch für das Tief- und Hügelland. Hier wachsen sie meist entlang der Bach- und Flussauen. „Flatter­ulmen sind zwar nirgends häufig, aber sie gelten im Tiefland des Landkreises Görlitz heute als am meisten vorkommende Ulmenart“, erklärt Kreissprecherin Julia Bjar.

Ulmen sind durch das Ulmensterben stark in ihrem Bestand gefährdet. Glücklicherweise gelten Flatterulmen dagegen als weitgehend resistent. Erheblich bedroht sind jedoch die in Mitteleuropa ebenfalls heimischen Feld- und Bergulmen.