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| 17:00 Uhr

Kinoumbau
Bauausschreibung erfolgt scheibchenweise

Der Kinoumbau in Rietschen wird teuer. Damit die Kosten halbwegs überschaubar bleiben, wird nun erst entkernt und dann werden die weiteren Gewerke ausgeschrieben.
Der Kinoumbau in Rietschen wird teuer. Damit die Kosten halbwegs überschaubar bleiben, wird nun erst entkernt und dann werden die weiteren Gewerke ausgeschrieben. FOTO: Joachim Rehle
Rietschen. Zuerst soll das Rietschener Kino entkernt werden, bevor die weiteren Gewerke anfangen können. Und das noch 2018. Von Christian Köhler

Wenn es in der Gemeinde Rietschen ein Gebäude gibt, was den Einwohnern wichtig ist, dann zählt auf jeden Fall das Kino dazu. Freilich teilt diese Ansicht nicht jeder, aber der Gemeinderat bekennt sich zu der Sanierung, die das Haus wohl für eine längere Zeit in einen Winterschlaf versetzt. Der Technische Ausschuss hat nun die weitere Vorgehensweise diskutiert. Immerhin hatte man sich in der Ratssitzung im September darauf verständigt, möglichst transparent und kosteneffizient das Vorhaben voranzutreiben.

Um die Sanierungskosten von 1,3 Millionen Euro doch noch zu unterschreiten, sollten schon möglichst jetzt alle nötigen Arbeitsleistungen – vom Dachdecker bis zum Fliesenleger – ausgeschrieben werden. Das würde, so die Idee der Ratsmehrheit, zumindest Kostensicherheit bedeuten. Von dieser Idee allerdings rät Robert Meier, sachkundiger Bürger im Ausschuss und Planer des Projektes für das Krauschwitzer Büro Ussath, ab. „Es macht keinen Sinn, jetzt alle Arbeiten auszuschreiben“, richtet er sich an die Mitglieder des Ausschusses am Montagabend. Stattdessen schlägt er vor, drei Ausschreibungsblöcke zu initiieren.

Das, so erklärt er, hat mehrere Gründe: Einerseits könne man jetzt noch nicht sagen, wie genau die Zeitschiene für die einzelnen Gewerke ist. Würde also festgelegt, die Malerarbeiten sollen zum Beispiel im August beginnen, müssten sie das auch, egal, wie weit der Bau tatsächlich ist. Andererseits würden bei einer möglichen Änderung der Ausschreibungsbedingungen, weitere Kosten auf den Bauherren, also die Gemeinde, zukommen. „Wir müssten jetzt schon genau wissen, wie viel Quadratmeter gefliest werden müssten“, so Meier. Wenn sich aber planungstechnisch etwas ändert, und beispielsweise mehr gefliest werden muss, „müsste ich neu ausschreiben. Und das ist nicht kostenlos“. Hinzu kommt: Niemand weiß, wie sich die Baupreise in einem Jahr entwickeln werden. Material und Arbeitslohn sind Schwankungen unterlegen, die sich heute nicht vorhersagen lassen, argumentiert der Planer.

Gemeinderat Horst Mrusek (WVR) findet den Vorschlag richtig, in einzelnen Blöcken auszuschreiben. Als Bauunternehmer wisse er um die zum Teil komplizierten Ausschreibungsmodalitäten. Torsten Lorenscheit (WfR) kann der Argumentation zunächst nicht ganz folgen: „Wir wissen doch jetzt, was zum Beispiel alles gefliest werden soll.“

Dem hält Robert Meier entgegen, dass die Bestandsaufnahme des Gebäudes noch nicht vollumfänglich erfolgt sei. Erst die Entkernung etwa zeige, welche Überraschungen es noch im Haus geben könnte. „Wir wissen beispielsweise noch nicht, ob alle hölzernen Bauteile intakt sind“, so Robert Meier. Insofern schlägt er vor, zunächst die Freilegung der Wände und auszuschreiben und vorzunehmen. Wenn dann klar ist, wie es tatsächlich um die Bausubstanz bestellt ist, dann erst könnten in einem zweiten Block die Maurer-, Dach-, Fenster-, Elektroar­beiten oder der Trocken- und Fassadenbau ausgeschrieben werden. Sind diese dann beauftragt und am Werk, dann erst sollen die Maler und Fliesenleger zum Zuge kommen. „Unser Ziel sollte es sein, noch in diesem Jahr  bis zum zweiten Ausschreibungsblock zu kommen“, sagt Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos). Während sich Gerd Wenzel (WVR) enthielt, Torsten Lorenscheit gegen den Vorschlag stimmte, gab der Ausschuss mehrheitlich grünes Licht für diese Vorgehensweise.

Unterdessen richtet sich der Kinoverein – er soll später das Objekt betreiben – im ehemaligen Gemeindeamt in der Kirchstraße ein. „Wir sind froh, dass uns die Gemeinde so unterstützt und wir eine Ersatzspielstätte haben“, erklärt Vereinsvorsitzende Simone Schmidt. Es sei „so wichtig, dass das öffentliche Kulturangebot in Rietschen erhalten bleibt“. Noch in diesem Jahr will der Verein das „Exil-Kino“ eingerichtet haben und erste Filme dort zeigen.