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| 03:09 Uhr

Bauarbeiten haben Rutschung ausgelöst

Abbruchkante nahe des Bahndamms: Im Hintergrund schimmert der Silbersee. Foto: LMBV
Abbruchkante nahe des Bahndamms: Im Hintergrund schimmert der Silbersee. Foto: LMBV FOTO: LMBV
Lohsa. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass Bauarbeiten die Rutschung am Lohsaer Bahndamm ausgelöst haben. Durch den Abbruch werden sich die Arbeiten hinziehen – und eine touristische Nutzung des Areals weiter verzögern. Uwe Menschner

Auch eineinhalb Wochen nach der Rutschung im Sanierungsgebiet Silbersee ruhen die Arbeiten. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeiten ist noch nicht abzusehen. "Genauere Angaben zu den Verzögerungen sind derzeit leider nicht möglich, da die Untersuchungen zum Verlauf des Ereignisses und die Auswertung der begleitenden Messungen noch andauern", so Christof Vogt, Abteilungsleiter im Sächsischen Oberbergamt Freiberg. Grundsätzlich stehe jedoch fest, dass Sanierungsarbeiten die Rutschung ausgelöst haben.

Auf der abgesperrten LMBV-Baustelle nahe der Gemeinde Lohsa war es zu einer Rutschung gekommen. Der Damm, auf dem die Arbeiter tätig waren, hatte jedoch gehalten. Der Abbruch hat die Größe von 200 Metern bei einer Breite von rund 100 Metern. Die vor Ort tätigen Arbeiter der beauftragten Firma Keller Grundbau GmbH, die ihren Hauptsitz in Offenbach hat, waren nicht verletzt worden.

"Verdichtung bewirkt das Ansteigen der Porenwasserdrücke, diese können bei den vorliegenden gleichkörnigen Feinsanden Verflüssigungserscheinungen auslösen. Solche Vorfälle haben bei der Sicherung der Seenböschungen mit Rütteldämmen bereits öfter stattgefunden", sagte Vogt der RUNDSCHAU. In Lohsa sei es aufgrund des Verlaufes der Bahnstrecke nunmehr erforderlich, den entstandenen Bruchkessel wieder aufzufüllen: "Die Wahl zwischen einem sehr oder einem weniger schonenden Vorgehen bleibt eine schwierige Aufgabe für den geologischen Sachverständigen." Erstere sei mit langen Stillstandszeiten, Letztere mit einer erhöhten Abbruchgefahr verbunden.

Der ursprünglich vorgesehene Fertigstellungstermin der Bauarbeiten - Ende 2012 - war erst kürzlich auf 2014 verschoben worden. Der Lohsaer Bürgermeister Udo Witschas (CDU) hatte sich im Gemeinderat entsetzt darüber geäußert, da 2013 auch die Sanierung des Knappensees beginnen soll. Somit steht zumindest in diesem Jahr keiner der beiden Seen für die touristische Nutzung zur Verfügung. Wie weit sich die Arbeiten nun durch die erneute Rutschung verzögern, steht unterdessen noch nicht fest.

Zumindest die Porenwasserdruckmessanlage hat ihre Aufgabe erfüllt und Schlimmeres verhindert. "Durch die akustische und visuelle Alarmierung konnten die Arbeiter sich und ihre Arbeitsgeräte rechtzeitig in Sicherheit bringen", so der Pressesprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), Uwe Steinhuber. Die Anlage selbst allerdings verschwand bei dem Abbruch im See.