ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Bakterien helfen beim Kupferabbau

Weißwasser/Freiberg. Das Unternehmen KGHM Polska Miedz sucht seit einigen Jahren nach Kupfer in der Lausitz. Obwohl noch nicht klar ist, ob das Erz in der Region abgebaut wird, sorgt ein neues Abbauverfahren mit Bakterien für Aufsehen. Christian Köhler

Noch wird Kupfer oder anderes Erz konventionell unter Tage abgebaut. "Tonnen von Gestein müssen nach oben befördert und anschließend gemahlen und ausgewaschen werden", erklärt Prof. Carsten Drebenstedt von der TU Freiberg. Der Fachmann weiß, dass gerade die Gesteinsreste große Mengen Müll verursachen. "In einem riesigen Becken im polnischen Lubin lagern Reste von Schwermetallen in einem Talling-Becken", so Drebenstedt. Damit künftig beim Erzabbau weniger Müll entsteht, entwickeln Wissenschaftler im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes ein Verfahren zur Müllreduzierung.

Hinter "Biomining" verbirgt sich die Idee, Bakterien zum Abbau der Erze zu nutzen. Die Mikroorganismen sollen unter der Erde die Metalle aus dem Gestein lösen. Damit diese an die Lagerstätten herankommen, muss tief in die Erde gebohrt werden. In einer Lauge werden dann die Mikroorganismen heruntergepumpt und anschließend in einem Kreislaufsystem wieder nach oben gesogen. An die Oberfläche, so hoffen die Forscher, komme die Lösung und Kupfer.

Die Lausitzer Initiative gegen Rohstoffpiraterie mit Sitz im Landkreis Görlitz befürchtet bei einer solchen Technologieanwendung in der Region die Nutzung von Fracking und in der Folge eine Trinkwasserverseuchung.

Unterdessen erklärt KGHM-Vorsitzender Tomasz Postrozny auf RUNDSCHAU-Nachfrage, dass KGHM "keine Forschungen zur Biolaugung noch zum Fracking der Bohrung vorhat." Eine Nutzung der Technologie schließt er damit nicht aus.

Der Freiberger Wissenschaftler Carsten Drebenstedt fügt an, die Forschung zu "Biomining" stünde noch ganz am Anfang und sei seiner Einschätzung nach industriell frühestens in zehn Jahren nutzbar.