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| 15:41 Uhr

Aus dem Gemeinderat Boxberg
Der lange Weg bis zum Hotel am Bärwalder See

 Auf diesem Areal am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees soll ein Hotel samt Parkplatz entstehen.
Auf diesem Areal am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees soll ein Hotel samt Parkplatz entstehen. FOTO: Christian Köhler
Boxberg. Der Boxberger Gemeinderat hat erneut Änderung des Bebauungsplanes am Bärwalder See beschlossen. Das ist nötig, damit am Ufer auf der Boxberger Seite ein Hotel entstehen kann. Doch wann wird gebaut? Von Christian Köhler

Der Plan ist das eine, loszubauen das andere. Davon kann nicht nur die Gemeinde Boxberg in Sachen Erschließung des Bärwalder Sees ein Lied singen. Schon im Sommer 2016 hat die RUNDSCHAU über die Erarbeitung bzw. Änderung des Bebauungsplanes (B-Plan) am Boxberger Ufer geschrieben: „Weder der Bau einer Pension noch eines Hotels wären derzeit neben der Touristinformation am Bärwalder See genehmigungsfähig.“ Das ist auch noch im Sommer 2019 so. Eigentlich soll nämlich am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees ein Hotel samt Erlebnispark entstehen. Vor zwei Jahren kündigte Armin Hoffmann Investitionen im Umfang mehrerer Millionen Euro an. Es ist aber ein zäher Prozess, bis es losgeht.

Hotel am Bärwalder See ein langer Prozess

Seit 2012 will die Gemeinde mit dem Investor Armin Hoffmann aus Kringelsdorf die Änderung des B-Planes erreichen, damit endlich losgebaut werden kann. Selbst Norbert Reimann vom Bauamt der Gemeinde räumt während der ersten Sitzung des neuen Boxberger Gemeinderates am Montag ein: „Wir haben den B-Plan schon viele Jahre auf dem Schirm.“ Der neue Rat hat nämlich nun erneut über eine Änderung der zweiten Änderung des Entwurfs zu entscheiden gehabt – allein diese Bezeichung macht deutlich, wie komplex das Thema inzwischen geworden ist.

„Wir haben uns im Ausschuss damit sehr schwer getan, den Änderungen zuzustimmen“, erklärt Ratsmitglied Gunna Sock. Seinen Angaben zufolge habe der Landkreis Görlitz als Aufsichtsbehörde darauf gedrängt, „sonst wird dort nichts passieren“, fügt Gunna Sock an und sagt: „Der Landkreis sitzt einfach am längeren Hebel.“ Im Detail geht es etwa um Fragen, wie weit entfernt ein künftiger Bau von der Straße stehen darf. Auch müssen neue Stellungnahmen des Wasserbehörde oder Änderungen bestehender Gesetze in den Plan eingearbeitet werden. Bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurden die Änderungen schließlich verabschiedet.

Schnell gebaut wird nicht

Das aber ist noch nicht alles: Denn der B-Plan muss nun ausgelegt werden, „damit Bürger und Behörden die Möglichkeit haben, Einwände vorzutragen“, erklärt Norbert Reimann. Auch dafür ist ein mehrheitlicher Ratsbeschluss erfolgt. Schnell losgebaut werden kann also immer noch nicht.

Schon 2016 hat der Gemeinderat Boxberg dem Verkauf der 4389 Quadratmeter große Fläche zwischen dem Tourismusinformationszentrum und der Seepromenade zugestimmt. Und auch davor schon gab es mehrere Gespräche, zahlreiche Änderungen – so wurde etwa due Verkaufsfläche reduziert. Das auch deshalb, weil die Gemeinde nicht mehr wie erst geplant, Teile der Parkplätze und gestalteten Außenflächen mit veräußern wollte. Damit wurde vermieden, dass die Kommune möglicherweise Fördermittel zurückzahlen musste.

Die neuen Häuser, die mittels eines B-Planes dann gebaut werden dürften, sind für ein maritim-touristisches Gewerbe und vor allem für eine Gastronomie vorgesehen. Darauf hoffen zum Beispiel auch die direkten Nachbarn vom Sternencamp. Denn ein Teil ihrer Feriengäste vermisst in Seenähe eine gutklassige Gastwirtschaft, hatte Betreiberfamilie Müller eingeschätzt.

 Auf diesem Areal am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees soll ein Hotel samt Parkplatz entstehen.
Auf diesem Areal am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees soll ein Hotel samt Parkplatz entstehen. FOTO: Christian Köhler