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| 18:23 Uhr

Verkehrskonzept für den Bärwalder See
Boxberger diskutieren über Kreisel und Tunnel

 Noch sind die Parkplätze am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees weitestgehend leer. Doch zu den Hochzeiten im Sommer, insbesondere während der Großveranstaltungen, reichen die Stellflächen hinten und vorn nicht.
Noch sind die Parkplätze am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees weitestgehend leer. Doch zu den Hochzeiten im Sommer, insbesondere während der Großveranstaltungen, reichen die Stellflächen hinten und vorn nicht. FOTO: Joachim Rehle
Boxberg. Immer mehr Gäste besuchen den Bärwalder See. Um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern, ist jetzt ein neues Konzept in Arbeit. Denkbar wäre sogar ein Tunnel. Von Torsten Richter-Zippack

Die Haupteinfahrt zum Bärwalder See hat es in sich. Dort, wo sich die Staatsstraße 131, die Alte Bautzener Straße aus Boxberg kommend sowie die Zufahrt zum Boxberger Seestrand treffen, müssen vor allem Radfahrer und Fußgänger extrem aufpassen. „Zwar gilt auf der S 131 Tempo 70, aber wer hält sich schon daran?“, fragt Gemeinderätin Sigrun Hajdamowicz (CDU). Die meisten würden doch mit 80, 90 oder noch mehr Stundenkilometern durchrasen. Da die Staatsstraße aus Richtung Westen zudem noch eine Kurve aufweist, könnten vor allem Fußgänger die Gefahr nicht richtig einschätzen. „Da muss etwas passieren“, fordert Hajdamowicz. „Beispielsweise wäre an dieser Stelle ein Kreisverkehr denkbar.“ „Geht nicht“, sagt dagegen Verkehrsplanerin Jana Hartmann von der Planungsfirma Sweco GmbH. „Denn dann bräuchten wir Straßen mit etwa gleicher Verkehrsbelastung. Die haben wir an dieser Stelle nicht.“

Einen Fußgänger- und Radfahrertunnel unter der S 131 schlägt der Nochtener Ortsvorsteher Mario Weier vor. „Damit kämen sich Autos und unmotorisierte Verkehrsteilnehmer nicht in die Quere“, begründet er seine Idee. Möglicherweise wird sie in das neue Verkehrskonzept für den Bärwalder See integriert, das die Sweco GmbH erstellt hat. Der Grund: „Am See sind in den kommenden Jahren weitere größere Investitionen geplant, beispielsweise zwei Ferienresorts, eine Gastronomie sowie eine Adventure-Fußballgolfanlage. Das bedeutet eine massive Zunahme der Besucher. Aus diesem Grund muss die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden“, erläutert Elisa Fitzek von der Sweco GmbH.

Die Anbindung des Sees an das überörtliche Verkehrsnetz sei gut. Die B 156 sorge für eine schnelle Verbindung nach Bautzen zur Autobahn beziehungsweise in Verbindung mit der B 115 zur A 15 bei Cottbus. Die S 131 sorge für den West-Ost-Strang in Richtung Niesky und Görlitz. Nach Angaben des Boxberger Bürgermeisters Achim Junker ist aber die Verbindung zwischen Boxberg und Klitten problematisch. Die dortige Straße präsentiert sich als relativ eng und kurvenreich und müsste perspektivisch ausgebaut werden.

Schwieriger wird es laut Elisa Fitzek mit der Steuerung des motorisierten und unmotorisierten Verkehrs oberhalb des Boxberger Strandes. Befürchtet werde, dass sich gerade im Bereich des Tourismusinformationszentrums (TIZ) Fußgänger, Radfahrer, Pkw und Lkw in die Quere kommen könnten. Schließlich gilt dieser Bereich als Bummelmeile am See, gleichzeitig als Zufahrt zu den neuen Resorts und nicht zuletzt als Teil des Seerundweges. Gemeinderat Gunna Sock (WV Boxberg) warnt: „Wir haben dort schon jetzt viel Radverkehr. Kommen dann noch die Autos dazu, prophezeihe ich schon heute, dass das schief geht.“ Stattdessen müsste für den motorisierten Verkehr eine separate Zufahrt geschaffen werden. Die Planerinnen schlagen unter anderem sechs Meter breite Erschließungsstraßen vor. Darüber hinaus seien Zufahrtsstraßen von bereits bestehenden Verkehrswegen sinnvoll. Ebenso dürfe eine Buswendeschleife nicht vergessen werden. „Hinzu kämen Busparkplätze“, sagt Elisa Fitzek. „Es ist davon auszugehen, dass viele Busreisegruppen mit dem Fahrgastschiff fahren wollen“, begründet die Planerin.

Stichwort Parkplätze: Von einer Versiegelung weiterer Flächen für Autostellflächen rät die Sweco GmbH ab. Lediglich bei Großveranstaltungen würden erheblich mehr Parkplätze benötigt als vorhanden sind. Das komme im Jahr nur zwei, dreimal vor. In diesen Fällen könnten separate Flächen provisorisch als Parkplatz genutzt werden.

Gemeinderat Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) bemängelt, dass im neuen Konzept die Strandgäste nicht ausreichend berücksichtigt würden. Für diese schlägt Hoffmann den Parkplatz am alten Lidl in Boxberg vor oder aber eine Stellfläche auf der grünen Wiese.