ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:44 Uhr

Gemütlich gefeiert
„Ich denke, unser Jazu Boxberg war richtig“

Auch Kegeln stand auf dem Festprogramm. Thomas Krause gehörte dabei zu den Siegesanwärtern.
Auch Kegeln stand auf dem Festprogramm. Thomas Krause gehörte dabei zu den Siegesanwärtern. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Bärwalde. Bärwalder feiern ihr Sommerfest und 20 Jahre Eingemeindung. Von Torsten Richter-Zippack

Zum 1. Januar 1998 hat das Spreedorf Bärwalde die Gemeinde und den Landkreis gewechselt. Der heute 186 Einwohner zählende Ort gehörte fortan nicht mehr zu Lohsa (Landkreis Bautzen), sondern zu Boxberg (Landkreis Görlitz). Anlässlich des 17. Sommerfestes ist das Jubiläum begangen worden.

„Ich denke, unser Ja zu Boxberg war richtig“, resümiert Ortsvorsteher Frank Zschippang. Denn mit fast 20 Straßenkilometern ist Lohsa von Bärwalde rund viermal so weit entfernt als Boxberg. Mehr noch: Der einst direkte Radweg von Bärwalde nach Lohsa über die Kippe ist bereits seit Jahren aufgrund der Grundbruchgefahr gesperrt. „Wegen der langen Strecken präsentierten sich die Kosten für die Lohsaer für ihren damaligen Ortsteil sehr hoch“, erinnert sich Zschippang. Dennoch fiel der entsprechende Bürgerentscheid denkbar knapp aus. Lediglich sechs Stimmen mehr sorgten für den Wechsel nach Boxberg und in den damaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreis, seit 2008 Landkreis Görlitz. „Unsere Einwohner hatten bis dato in Richtung Boxberg, Weißwasser und Görlitz kaum einen Bezug“, sagt der Ortsvorsteher. „Denn wir gehörten über viele Jahre zum Landkreis Hoyerswerda, der später Teil des Landkreises Kamenz wurde.“

In den vergangenen 20 Boxberg-Jahren hat sich das Bärwalder Antlitz erheblich gewandelt. „Aufgrund der Steuermillionen konnten wir das ganze Dorf erneuern“, sagt Frank Zschippang. Straßen und Plätze erfuhren ihre Sanierung, das Dorfgemeinschaftshaus erstand wie Phönix aus der Asche. Und zum nahen Bärwalder See wurde ein Radweg gebaut, der dank eines Tunnels die viel befahrene B 156 unterquert. „Davon profitieren vor allem unsere Schulkinder“, weiß der Ortsvorsteher.

Stichwort Bärwalder See: Inzwischen entdecken auch viele Touristen das namensgebende Dorf. „Sie fahren bei uns in Richtung Spreyer Schrotholzkirche und weiter nach Neustadt und Spremberg hindurch“, sagt Zschippang. Unter anderem an der Spree locken idyllische Rastplätze, zudem gibt es Infos zum Ort. Sehenswert ist ebenso der Landschaftspark mit seinen insgesamt drei Basaltgrotten. „Viele Leute schätzen neben der landschaftlichen Schönheit auch die Ruhe im Dorf“, weiß Frank Zschippang. Ein Manko sei allerdings das Fehlen einer Gastwirtschaft. Allerdings gab es bereits in den vergangenen Jahrzehnten keine im Dorf, die letzte hatte schon in der frühen DDR-Zeit ihre Pforten geschlossen. Ebenso nachteilig wirke sich die andauernde Sperrung des Radweges nach Lohsa und damit in Richtung Hoyerswerda sowie zur Restlochkette aus.

Übrigens: Wem es so gut in Bärwalde gefällt und dauerhaft bleiben möchte, hat dazu bald die Möglichkeit. Denn entlang des Boxberger Weges, direkt am Waldrand, sollen mittelfristig bis zu sechs Eigenheime entstehen. Laut dem Ortschaftsrat könnten die entsprechenden Grundstücke ab der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Markt kommen.

Gefeiert wurde in Bärwalde anlässlich des Sommerfestes natürlich auch. Neben viel Sport und Kinderattraktionen sorgten Kabarett und viel Musik für Unterhaltung. Zudem präsentierte Eckhard Zschippang, seit Ende 2017 stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Bärwalde“, die neue Auflage des örtlichen Zollstocks. Dieser steht im Zeichen des Jubiläums 20 Jahre Bärwalde in der Gemeinde Boxberg. Die Einnahmen des Souvenirs fließen in die Vereinsarbeit.

Ein Höhepunkt in diesem Jahr bildet noch das Fischeräuchern am 19. Oktober.