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Bänder: „Wir wollen beide Projekte in Bad Muskau“

Bad Muskau.. Mit einem offenen Brief hat sich die Fraktion des Vereins zur Wahrung der demokratischen Grundrechte an den Bürgermeister von Bad Muskau gewandt. Tenor des Schreibens ist, dass die Innenstadt-Entwicklung stockt. Von Regina Weiß

Mit der Eintragung des Pückler-Parks in die Weltkulturerbeliste war eins klar und wurde auch mehrfach laut gefordert, die Stadt muss mit ihrer Entwicklung nachziehen. „Park und Stadt waren stets miteinander verbunden“ , sieht es auch Michael Lang so. Im Namen des Vereins zur Wahrung der demokratischen Grundrechte Bad Muskau und dessen Stadtratsfraktion wendet sich Michael Lang an den Bürgermeister. Im Blick hat man dabei die Entwicklung der Innenstadt. „Wo bleibt die Entwicklung einer sauberen und freundlichen Innenstadt? Nicht an allem ist die leere Stadtkasse schuld“ , meint Lang in Richtung Verwaltung. Vor allem sieht der Vereinsvorsitzende ein Problem: „Mit den Projekten am Marktplatz und an der Brauerei, die derzeit scheinbar im Wettbewerb zueinander stehen, kann in Bad Muskau eine verhängnisvolle Entwicklung losgehen.“
Die Rede ist dabei von den beiden Kurprojekten. „Ich denke, dass sich beide Vorhaben nicht gegenseitig das Wasser abgraben werden“ , meint Bürgermeister Andreas Bänder. Er weiß, dass auf dem Gelände der Brauerei ein Hotel im Vier- bis Fünf-Sterne-Bereich errichtet werden soll, am Markt ist durch Investoren ein Drei-Sterne-Hotel und dazu das öffentliche Kurmittelhaus geplant. In beiden Häusern werden Kur- und Wellnessanwendungen durchgeführt. „Doch ich als Vertreter der Stadt kann doch keinem von beiden vorschreiben, was er konkret anbietet. Das muss jeder für sich entscheiden, wirtschaftlich durchrechnen“ , argumentiert der Bürgermeister. Und Bänder sagt eins klar und deutlich: „Wir wollen beide Vorhaben und unterstützen sie auch nach unseren Möglichkeiten.“ Bänder hofft, dass sich bei beiden Projekten im nächsten Jahr die Kräne drehen. Und damit ist er mit dem Bürgerverein konform. „Wir brauchen beide Projekte und sollten uns als Stadt eindeutig dazu bekennen. Ein Projekt an der Brauerei nimmt Schaden, wenn der Marktplatz und das Hotel Stadt Berlin weiter so abschrecken wie bisher, und ein Kurortzentrum am Marktplatz ist undenkbar, wenn am Niederländischen Hof nichts passiert. Deshalb müssen sich möglichst bald am Marktplatz und am Maßmannplatz die Kräne drehen“ , heißt es im offenen Brief.
Wenn in der nächsten Stadtratssitzung im November Wirtschaftsminister Thomas Jurk der Stadt in feierlicher Form die Urkunde als Kurort mit Moorkurbetrieb überreichen wird, dann haben beide Investorengruppen die Gelegenheit, ihre Projekte - Markt und Brauerei - vorzustellen. Gleiches soll in einer Einwohnerversammlung im Dezember passieren.
Damit ist sozusagen eine Forderung aus dem offenen Brief des Vereins erledigt. Sicherlich werden in dieser Einwohnerversammlung im Dezember auch infrastrukturelle Probleme angesprochen. „Denn im Zuge der kurörtlichen Baumaßnahmen muss auch über den ruhenden Verkehr, sprich die Gestaltung des Marktplatzes, gesprochen werden“ , so Bänder. Denn die Zeit der Baumaßnahmen „wird für unsere Bevölkerung noch mal eine harte Zeit.“

Zum Thema Saubere Stadt
 Den Mitgliedern des Bürgervereins brennt noch ein Thema auf den Nägeln, und das ist die fehlende Sauberkeit in der Stadt. Hier fordert Lang in seinem offenen Brief, dass der Technische Ausschuss unbedingt zum Thema Pflege der Straßen und Grünanlagen beraten sollte.