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| 14:14 Uhr

Bärwalde
Baden bald wieder möglich

Derzeit präsentiert sich der Bärwalder Badeteich wenig einladend. Der Strand ist verschilft, und mehrere Bäume sind ins Wasser gefallen.
Derzeit präsentiert sich der Bärwalder Badeteich wenig einladend. Der Strand ist verschilft, und mehrere Bäume sind ins Wasser gefallen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Bärwalde. Die Gemeinde Boxberg will den Bärwalder Badeteich wieder herrichten. Von Torsten Richter-Zippack

Den Bärwalder See kennen in der Oberlausitz wohl die meisten. Dass auch Bärwalde einen Badeteich besitzt, wissen nur die Einheimischen. Das fast kreisrunde Gewässer befindet sich etwas versteckt zwischen der Spree und dem Hünlich-Hügel in unmittelbarer Nähe des Überleiters von der Spree zum Restloch Lohsa II. Wenn alles klappt, könnte im Bärwalder Teich ab der Saison 2019 wieder ungestört gebadet werden, kündigt Ortsvorsteher Frank Zschippang an.

Zwar steht auch derzeit rechtlich einem Sprung ins Wasser nichts entgegen. Allerdings präsentiert sich der kleine Strand recht zugewachsen. Zudem geht von mehreren Bäumen Gefahr aus, die umzukippen drohen.

„Mindestens zwei Gehölze müssen gefällt werden“, sagt Zschippang. Das solle während der Vegetationsruhe über den Winter 2018/2019 geschehen. Ein Baum wächst direkt in den Zulauf zum Lohsa-II-Überleiter hinein. Die Gemeinde Boxberg trage schließlich die Verkehrssicherungspflicht. Die markante Roteiche, die als Schattenspender direkt am Strand dient, sei davon aber nicht betroffen.

Der Strand selbst solle wieder ansprechend hergerichtet werden, kündigt Zschippang an. „Diese Fläche werden wir mulchen.“ Allerdings würden sich alle Maßnahmen in vertretbarem Aufwand halten. Der Grund: Längst hat der nur wenige Kilometer entfernte Bärwalder See dem Teich im namensgebenden Ort den Rang abgelaufen.

Etwa seit der Jahrtausendwende badet kaum noch jemand in dem kleinen Gewässer. „Selbst unsere Schulkinder fahren zum See. Der Radweg und die Brücke unter der B 156 garantieren eine gefahrlose Anfahrt“, erklärt Frank Zschippang. Dennoch wenden sich immer mal wieder Bürger mit Fragen nach der Zukunft des Badeteiches an den Ortschaftsrat. Schließlich, so wird argumentiert, handele es sich um ein bewahrenswertes Kleinod im Dorf an der Spree.

Vor rund 50 Jahren ist der erste Bärwalder Badeteich angelegt worden. Dieser musste allerdings in den 1980er-Jahren dem Überleiter, der die Spree mit dem Tagebau Lohsa, heute Lohsa II, verbindet, weichen. Stattdessen erfolgte um das Jahr 1986 eine Neuanlage des Badegewässers am heutigen Standort. Damals dachte niemand daran, dass nur sechs Jahre später der Tagebau Bärwalde stillgelegt werden würde und daraus Sachsens größter See entsteht.

Bereits im Mai 2016 ist der benachbarte Hünlich-Hügel mittels einer Gedenktafel aufgewertet worden. Das Schild erinnert an den einstigen Wilthener Brennereibesitzer Rudolf Hünlich (1883 - 1924), der Anfang des 20. Jahrhunderts das damalige Rittergut Bärwalde kaufte. Die Errichtung seines ersten Neubaus, des Elektrizitätswerkes, jährt sich 2019 zum 100. Mal.