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| 15:24 Uhr

Baumschutz
Bad Muskauer Baumfrevel kostet 150 Euro

Ohne Genehmigung hat ein Parkstädter seine Eiche verschnitten. Jetzt ist er vom Gericht verurteilt worden. Von Torsten Richter-Zippack

Geschätzte 15 bis 20 Meter ragt die Eiche auf einem Gehöft in der Bad Muskauer Schlossstraße in den Himmel. „Dieser Baum stammt wahrscheinlich aus der Pückler-Zeit“, sagt Dirk Enax aus dem Ordnungsamt. Ob das altehrwürdige Gehölz allerdings noch weiterleben kann, ist unklar. Denn der Eigentümer hat die Eiche Ende 2017 stark verschnitten. Etwa zehn Äste sind aus der Krone entfernt worden. Allerdings, so erklärt Enax, gab es für diese Maßnahme keine Genehmigung. Aber genau diese hätte laut der kommunalen Gehölzschutzsatzung aus dem Jahr 2009 im Vorfeld eingeholt werden müssen. Durch aufmerksame Bürger sei der Frevel im Rathaus der Pücklerstadt bekannt geworden. So wurde ein Bußgeldbescheid erlassen. Gegen diesen hatte der Beschuldigte geklagt. Der zuständige Richter vom Amtsgericht Weißwasser hatte die Eiche Ende Juni selbst in Augenschein genommen, sagt Martin Hinrichs, Direktor des Amtsgerichtes. „Dabei wurde festgestellt, dass der Baum tatsächlich stark in seinem Wuchs beeinträchtigt worden ist“, erklärt Hinrichs. Mehr noch: „Wer weiß, ob das Gehölz diesen Eingriff überhaupt überleben wird.“ Der Richter hat den Täter zu einer Geldbuße von 150 Euro verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Baumeigentümer kann also noch Einspruch einlegen.

Derzeit präsentiert sich die Eiche laut Dirk Enax belaubt. Allerdings könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, wie sich der Baum weiterentwickelt.