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Bad Muskau feiert Schützenfest-Jubiläum

Bad Muskau. Am Samstagnachmittag wird's im Ortsteil Berg wieder lauter zugehen als sonst. Dann knallt es in einem fort. Regina Weiß

Schuld daran sind die Schützen der Parkstadt, die ihren Schützenkönig ermitteln. 2016 brauchte es 152 Schuss, bevor Gildemeister Ulrich Petow die Königswürde zum zweiten Mal in seiner Schützen-Laufbahn erkämpft hatte. Bleibt abzuwarten, wie spannend es diesmal wird. Fakt ist eins: Noch immer gibt es einige Schützenbrüder, die bei allen 24 Festen der Neuzeit das Ende des hölzernen Adlers zwar stark ins Visier genommen hatten, aber dann anderen Vereinsmitgliedern den Vortritt lassen mussten. Neues Jahr, neues Glück ...

Diesmal steht das Fest der Schützengilde 1511 unter einem besonderen Vorzeichen. Gefeiert wird 25 Jahre Neuzeit. Am 30. Mai 1992 feierte die Gilde ihren Neubeginn in Bad Muskau, nachdem sie 1945 verboten worden war. 25 Schützen waren zum Gründungsfestakt angetreten. Zum ersten Gildemeister wurde Wolfgang Spiegel gewählt. Der letzte Protektor der Gilde bis 1945, Hermann Graf von Arnim, bestätigte die Wiedergründung als Rechtsnachfolge der 1511er-Gilde.

"Anlass zur Wiedergründung war unter anderem, dass unschätzbare historische Dokumente und Schätze der Gilde, die vor dem Zugriff der Machthaber in Privathand sicher verwahrt wurden und am 23. Januar 1991 der Stadt übergeben wurden", hatte es einst Günter Tappert, verstorbenes Ehrenmitglied der Gilde, in der Chronik niedergeschrieben. Mit der Wiedergeburt war auch der Wunsch des Vereins zur Durchführung eines Schützenfestes verbunden. Der traditionelle Zapfenstreich und die Parade der Schützen sowie das Königsschießen wurden wieder Bestandteil der Brauchtumspflege. Zum ersten Schützenfest der Neuzeit am 19. Juni 1993 wurde eine neue Schützenkette gestiftet und eine neue -fahne kreiert. Erster Schützenkönig wurde übrigens Fritz Beyer.

Soweit zur Geschichte. Wie Wolfgang Lehmann, Mitglied der Schützengilde, berichtet, beginnt das Fest Samstag um 14 Uhr im Schlossvorwerk. Der Spielmannszug Bad Muskau stimmt dort mit Musik ein, derweil sich die Vereine treffen. Um 15 Uhr beginnt die große Parade der Schützengilde auf der Wiese vor dem Neuen Schloss. Diese wird auch von den Jagdhornbläsern Muskauer Heide begleitet. Auf der Schlosswiese verkünden die Böllerschüsse der Kanone wenig später, dass das Fest eröffnet ist. Gegen 16 Uhr beginnt das Königsschießen am Schützenhaus. Wenn der hölzerne Adler seine letzte Feder gelassen hat, dann können die Gäste ihren König ermitteln. Das passiert beim Luftgewehrschießen.

Für die musikalische Umrahmung sorgen die Oberlausitzer Blasmusikanten. Die Kinder können sich auf der Hüpfburg austoben, derweil sich die Gäste den leckeren Kuchen der Schützenfrauen schmecken lassen. Erstmals wird ein Schießkino für Jung und Alt angeboten. Gegen 17.30 Uhr wird der Auftritt der Funkengarde des Elferrats erwartet. Der Samstag findet mit dem Königsball ab 20 Uhr seinen Abschluss.

Pfarrerin Miriam Arndt leitet am Sonntag ab 9.30 Uhr den Gottesdienst, der traditionell in der Bergschen Kirchruine stattfindet. Um 10 Uhr beginnt dann am Schützenhaus der Frühschoppen mit den Lustigen Musikanten aus Bohsdorf und dem Männergesangverein 1845 Bad Muskau.

Wie die Schützengilde mitteilt, ist der Eintritt an beiden Tagen frei. Für Speisen und Getränke sei bestens gesorgt.