ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:02 Uhr

Unterhaltung
Bad Muskau erlebt ein besonderes Duett

Michael Kretschmer (r.) stellt Wolfgang Lippert Fragen zu seinem Leben und seiner Karriere.
Michael Kretschmer (r.) stellt Wolfgang Lippert Fragen zu seinem Leben und seiner Karriere. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Sänger Wolfgang Lippert und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sorgen für ein amüsantes Schlossgespräch. Von Regina Weiß

Lachen ist gesund, heißt es. Am Mittwochabend haben die 180 Besucher im Festsaal des Schlosses und die zwei Akteure auf der Bühne viel für ihre Gesundheit getan. Sänger, Entertainer und Schauspieler Wolfgang Lippert – Lippi – und Ministerpräsident und Chef des Fördervereins Fürst-Pückler-Park Michael Kretschmer werfen sich bei ihrem anderthalbstündigen Gespräch gekonnt die „Bälle“ zu. Am Ende werden die Gäste gar Zeugen eines einmaligen Duetts. Nicht nur, dass es vom Lied „Erna kommt“ seit Neuestem eine Rock-, eine Jazz- und eine Bigband-Fassung gibt, seit Mittwochabend existiert eine Ministerpräsidenten-Variante. „Wir können auf Tournee gehen“, so Lippi. Dass Michael Kretschmer diesen singenden Spaß mitmacht, bringt ihm beim Publikum viele Pluspunkte ein. Das zeigt sich durchweg begeistert und wünscht sich gern als nächsten Gast wieder einen Künstler, erfährt die RUNDSCHAU.

Aber zurück zu Wolfgang Lippert. Sein Vater legt quasi den musikalischen Grundstein für Sohn Wolfgang. Denn er spielte diesem vor 66 Jahren im Kreissaal mit „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ ein Ständchen auf der Geige.

Michael Kretschmer findet das toll und überlegt, was ihm passiert wäre, wenn er ein solches Ständchen im Kreissaal bei seiner Frau probiert hätte. „Sie hätte mir was an den Kopf geworfen, mich rausgeschmissen oder sich getrennt“, vermutet Kretschmer. Dabei hätte er es höchstens mit der Posaune versuchen könne. Denn die hat der Görlitzer kurzzeitig mal erlernt. Das erfahren die Besucher, weil Wolfgang Lippert auch mal in die Rolle des Fragestellers schlüpft.

Lippis erste künstlerische Versuche finden unterm Tisch statt. Dorthin verkriecht sich der Junge, wenn er bei Geburtstagen zum Singen aufgefordert wird. Später kommt ihm der Zufall zu Hilfe. Ein Tenor des Gerd Michaelis Chores fällt aus. Facility Manager Lippert springt ein und studiert später Musik. Unter anderem mit Tamara Danz. Er lässt sie abschreiben und darf sie auch küssen. Da wird Michael Kretschmer richtig neidisch, hat er doch für die Sängerin regelrecht geschwärmt.

Lippert ist ein wunderbar kurzweiliger Erzähler, der mit Hochachtung über seine Kollegen spricht und Anekdoten mit einer ordentlichen Prise Humor würzt. Da fließen in Bad Muskau schon mal Lachtränen.

Zum Beispiel, als er über seine erste Begegnung mit Sängerin Montserrat Caballé berichtet. Ihr tritt er ohne Hosen gegenüber. Um Knitterfalten zu vermeiden, hat er die Anzughose ausgezogen. „Nur im Schlüpper und mit Schminkumhang saß ich auf dem Stuhl.“ Und so rennt er los, als die Regieassistentin sagt, dass er vor Aufnahmebeginn die Sängerin begrüßen soll. Was sie denkt, kann man sich denken. Die Auflösung geht in Lachen unter. „Und wenn die gelacht hat, hat einiges mitgelacht“, schildert Lippi. Michael Kretschmer kommentiert das ganz trocken: „Tolle Masche!“

Für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gearbeitet zu haben, sei für ihn die schönste Zeit gewesen, erzählt Lippert

Toll sei auch die Zeit bei „Wetten dass“ gewesen. Auch wenn es so war, „als würde man einen Flugzeugträger fahren.“ Mittlerweile gehört Wolfgang Lippert seit 18 Jahren zum Team der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek. Dorthin lädt er alle ein. Vielleicht gibt es ja bald ein Wiedersehen.