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| 12:37 Uhr

Polizei
Autofahrer richtet Pistole auf Polizisten

Görlitz. Bei einer Kontrolle durch die Bundespolizei an der A 4 zückte ein Beifahrer aus dem Handschuhfach eine Pistole. Zum Glück war die nicht echt. Die Polizisten hätten bei dem Vorfall jedoch durchaus von ihren echten Wafffen Gebrauch machen können.

Ein durchaus gefährliches Manöver hat sich am Samstag ein polnischer Staatsangehöriger geleistet. Der 40-Jährige saß als Beifahrer in einem polnischen VW Golf, der kurz vor 9 Uhr auf dem Rastplatz An der Neiße kontrolliert wurde. Er wurde gebeten, das Handschuhfach zu öffnen. „Dies tat er auch bereitwillig“, erklärt Michael Engler von der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf am Montag. „Anschließend holte er aus dem Fach eine Handfeuerwaffe hervor. Bevor er diese vollständig auf den Bundespolizisten richten konnte, schlug ihm dieser die Pistole aus der Hand. Wie sich nach Sekunden herausstellte, handelte es sich um eine Spielzeugpistole.

Der Mann habe unmittelbar darauf bedauert, die Waffe überhaupt in die Hand genommen zu haben und auch beteuert, dass er mit dem Griff zur Pistole lediglich demonstrieren zu wollen, dass diese aus Kunststoff sei, so Engler weiter. Trotzdem wurde eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen ihn erstattet.

„Der täuschend echt aussehende, pistolenähnliche Gegenstand war als sogenannte Anscheinswaffe zu betrachten. Das sind Schusswaffen, die zum Beispiel ihrer äußeren Form nach im Gesamterscheinungsbild den Anschein von Feuerwaffen hervorrufen“, erklärt Engler. Dem Betroffenen, dessen Spielzeugpistole sichergestellt wurde, ist erörtert worden, dass die Voraussetzungen für den Gebrauch der Schusswaffe seitens der Polizeivollzugsbeamten tatsächlich vorlagen.

In der Nacht zu Sonntag wurde noch ein weiterer Verstoß gegen das Waffengesetz durch die Bundespolizei festgestellt. In einem Ablagefach eines in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Nieder Seifersdorf angehaltenen VW-Kleinbus wurde ein Teleskopschlagstock gefunden und beschlagnahmt. Auch dessen Eigentümer, ein 48 Jahre alter Mann aus Polen, wird sich auf einen Bußgeldbescheid einstellen müssen.

(red/dh)