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| 02:46 Uhr

Autodiebstähle bereiten Sorgenfalten

Polizeipräsident Torsten Schultze (l.) im Gespräch mit Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch.
Polizeipräsident Torsten Schultze (l.) im Gespräch mit Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. In den vergangenen Wochen ist der Altkreis Weißwasser – allen voran die Parkstadt Bad Muskau – vermehrt Ziel von Autodieben gewesen. "Wir konstatieren einen Anstieg im Bereich der Eigentumskriminalität", sagt Torsten Schultze, neuer Polizeipräsident der Polizeidirektion Görlitz. Christian Köhler

Der 53-Jährige bekleidet das Präsidentenamt seit dem 1. Mai und will sich selbst einen Überblick in den Städten und Gemeinden der Polizeidirektion verschaffen. "Ich möchte alle Kommunen und Dienststellen besuchen", sagt er, "und von den Menschen hören, was für Probleme sie haben."

Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) spricht dabei die Probleme an: "Wir registrieren verstärkt Kfz- und Fahrraddiebstähle in der Region", sagt er. Dabei würden nicht nur Privatpersonen im Visier der Täter stehen, sondern zunehmend Unternehmen und Baufahrzeuge. "Die Kollegen arbeiten an diesen Fällen", entgegnet Schultze, "wir wissen, dass derzeit vor allem Volkswagen und Mazda hoch im Kurs der Diebe stehen." Insbesondere der Kontakt und der Austausch mit den polnischen Beamten sowie der Bundespolizei seien wichtig, um der Lage Herr zu werden. Denn die Täter, so Schultze weiter, gingen arbeitsteilig und bandenmäßig vor.

Eine neue Struktur, etwa aus bisherigen Polizeiposten wieder Reviere zu machen, hält Schultze nicht für den richtigen Weg. "Wir brauchen keine neue Struktur, sondern wir müssen das Bestehende so ausstatten, dass die Kollegen gut arbeiten können." Und in Ostsachsen gehe es darum, Polizisten im Streifendienst zu haben, Reviere ausreichend zu besetzen und, dies ist Schultze besonders wichtig, dass die "Kollegen vor Ort auch aus der Region sind". Wer in einer Gegend verwurzelt ist, kenne sich aus, wisse, wo der Schuh drückt.

Aber: "Die Polizei ist keine Feuerwehr", betont Torsten Schultze. Um Kriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen, seien alle gefragt, Bürger, Städte und Gemeinden. "Wir können nur einer Straftat nachgehen, wenn diese auch angezeigt wird", sagt der Präsident mit Blick darauf, dass nicht alle Taten zur Anzeige gebracht werden. Zudem könnten die Beamten nicht überall gleichzeitig sein, sondern müssten Schwerpunkte ausmachen und gezielt ermitteln. Er setze weiterhin auf Präventionsarbeit der Polizei, auf die Zusammenarbeit mit Kommunen und den Nachbarländern. "Insgesamt ist der Trend so, dass die Kriminalität rückläufig ist", resümiert Torsten Schultze. Das zeige auch die Kriminalstatistik.

Im Raum Weißwasser gehe es hauptsächlich um Drogendelikte, Diebstähle von Autos und Fahrrädern "und nicht um schwerste Kriminalität", sagt der Polizeipräsident. Beschaffungskriminalität, bei der Süchtige versuchen, über Diebstähle an Geld für den Drogenkonsum zu kommen, sei dabei jedoch ein auffälliges Phänomen.

Die Stadt Weißwasser und den neuen Präsidenten eint aber neben der Straftatbekämpfung auch ein weiteres gemeinsames Ziel: "Menschen und Familien in der Region zu halten", sagt Torsten Pötzsch, "das betrifft sowohl die Nachwuchsarbeit der Polizei als auch die Stadt, die junge Leute braucht."

Torsten Schultze verrät unterdessen zum Schluss bei seinem Besuch in Weißwasser, dass er sehr stolz sei, Präsident einer Direktion mit gut 1500 Mitarbeitern zu sein. "Ich konnte das Angebot unmöglich ablehnen", sagt er. Operativ tätig zu sein, sei schon immer sein Ziel gewesen. Bisher war Torsten Schultze Vizepräsident der Polizei in Leipzig und Präsident des Polizeiverwaltungsamtes in Dresden gewesen. "Aber ich habe mir schon immer gewünscht, einmal eine Polizeidirektion selbst zu leiten", sagt er - trotz Sorgenfalten in puncto Autodiebstähle.